Kulturschau

So schön klingt der Wald im Handy

Schwarzenbek (sh). Unter dieser Nummer erklingen Vogelstimmen oder das Rauschen der Blätter oder vielleicht auch das Röhren eines Hirsches. Im Zuge der Kulturschau "Wald in der Linse" (wir berichteten) wird der Rülauer Forst für drei Wochen zur Galerie.

Eines von zwölf Werken, die auf einem Rundgang erkundet werden können, ist die Installation von Jakob Perkow. Er wird an jeder Wegkreuzung Schilder mit Handynummern aufstellen. Wer diese Nummern anwählt, ruft praktisch im Wald an. Die Geräte hängen an den Bäumen und dienen sozusagen als Mikrofon. Sie geben die Geräusche wieder, die der Wald eben im Moment des Anrufs erzeugt.

"Es ist eine einzigartige Ausstellung der Land-Art, wie wir sie in der Form im Kreis noch nicht gehabt haben", sagt Dr. William Boehart, Sprecher des Forums Kultur & Umwelt, das das Projekt "Wald in der Linse" organisiert. Bei der Aktion im Rülauer Forst arbeiten die Initiatoren eng mit der Stiftung Naturschutz zusammen, der der Rülauer Forst seit einem Jahr gehört. Das Areal soll langfristig in einen naturnahen Urwald umgestaltet werden.

Genau mit dieser Thematik haben sich auch die Künstler auseinander gesetzt. In ihren Werken geht es um die Schönheit der Natur genau so wie um die Vergänglichkeit. So werden beispielsweise Sabine und Christian Egelhaaf einen sechs Meter hohen roten Quader aus Stoff in dem Wald aufstellen. Er wird mit der Zeit verblassen und zerfallen.

Den Gedanken des Urwalds greift auch Arno Neufeld auf. Er wird drei Wäschespinnen auf einer Lichtung aufstellen und darin weiß angemalte Äste aufhängen, um die Absurdität des Strebens nach absoluter Reinlichkeit und Ordnung im Zusammenhang mit der Natur darzustellen.

Die Kunstwerke sind in der Zeit vom 19. September bis zum 4. Oktober im Rülauer Forst zu sehen. Das Areal für das Projekt "Museum im Wald" grenzt direkt an den Parkplatz am Funkturm am Ende der Schützenallee.