Staupe

Der Tod lauert im Unterholz

Schwarzenbek. Er war stark abgemagert, zitterte und hatte entzündete Augen: Am 13. November erlegte ein Jäger in Salem bei Ratzeburg einen todkranken Marderhund. Wie sich jetzt nach einer Untersuchung herausstellte, hatte er die Staupe.

"Für den Menschen ist das ungefährlich, für Hunde aber tödlich", warnt Hans-Jürgen Stribrny, Leiter des Schwarzenbeker Ordnungsamts und selbst Jäger. Da Marderhunde sehr weite Wege zurücklegen und bis zu acht Junge bekommen, könnte sich die Krankheit schnell im Kreisgebiet ausbreiten. Deshalb empfiehlt Stribrny allen Hundehaltern, ihre Tiere - falls das nicht schon geschehen ist - gegen die Staupe impfen zu lassen.

Einen anderen Schutz gibt es nicht, so Stribrny. Denn das Virus überträgt sich über den Kontakt mit Sekreten oder Exkrementen von befallenen Tieren. Und das ist beim Waldspaziergang nicht auszuschließen.

"Die Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Appetitlosigkeit, Bindehautentzündung, eitrigem Augen- und Nasenausfluss sowie Durchfall", sagt Karsten Steffen, Sprecher der Kreisverwaltung in Ratzeburg. Wer seinen Hund einer Grundimmunisierung unterzogen und die jährliche Mehrfach-Schutzimpfung nicht versäumt hat, muss sich jedoch keine Sorgen machen. "Wir haben unter unseren Tierhaltern eine hohe Impfmoral. Durch Reisen und die Einführung von Tieren aus Ländern mit nicht so hohem Impfschutz, steigt jedoch auch bei uns das Risiko", sagt der Müssener Tierarzt Dr. Armin Heer. Er empfiehlt, den Impfschutz beim Veterinär regelmäßig überprüfen zu lassen.