Nachfrage nach kleinen Wohnungen steigt

Reinbek
(amü).
Das jüngste Bauprojekt am Oher Weg in Neuschönningstedt wurde einhellig von der Politik auf den Weg gebracht. Auf der "Schröders Koppel" sollen 201 neue Wohnungen entstehen. Gerade die grünen Stadtteile sind beliebte Wohnorte für junge Familien. Das belegt auch das Wohnbauflächenprogramm, das die Verwaltung jetzt im Fachausschuss vorgestellt hat. Es umreißt Prognosen für den Planungszeitraum bis 2030. Nach der Sommerpause soll in einem zweiten Schritt über potenzielle Flächen und Anzahl noch zu bauender Wohnungen diskutiert werden. "Die Stadt steht vor der Herausforderung, den schonenden Umgang mit der Ressource Fläche mit den Herausforderungen des Wohnungsmarktes in Einklang zu bringen", sagt Bauamtsleiter Sven Noetzel.

Die Zahl der Haushalte werde bis 2030 um acht Prozent zunehmen. Vor allem Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte und Senioren suchen passende Wohnungen. "Mehr noch als bisher wollen Senioren in der eigenen Wohnung bleiben, zumindest aber im Wohnquartier und dort gut versorgt sein", besagt die Studie. Wohnungen im Geschosswohnungsbau in attraktiven Lagen werden somit zunehmend nachgefragt. Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern werde zurückgehen.

Das knappe Wohnungsangebot treffe schon jetzt auf eine steigende Nachfrage sowohl aus der eigenen Bevölkerung wie auch aus der wachsenden Stadt Hamburg. "Aus der Wirtschaft sind bereits Stimmen zu hören, dass ortsansässige Betriebe, die auf Beschäftige mit einem geringen oder mittleren Einkommen angewiesen sind, bereits feststellen, dass es schwieriger wird, geeignete Arbeitskräfte zu finden, weil günstiger Wohnraum fehlt", heißt es im Wohnbauflächenprogramm.

In Reinbek gibt es im Bestand etwa 12 630 Wohnungen. 90 Prozent davon sind in Privatbesitz. Zurzeit sei die Nachfrage nach genossenschaftlichen Mietwohnungen groß - von der Ein-Zimmer-Wohnung für den Auszubildenden bis zur Vier-Zimmer-Wohnung.

Für den sozial geförderten Wohnungsbau sind derzeit 190 Wohnungssuchende registriert. 80 Prozent suchen davon eine kleine Wohnung. Dramatisch: Der Bestand öffentlich geförderter Wohnungen werde bis 2030 weiter deutlich weniger und ab 2034 vollständig auslaufen, wenn bis dahin keine öffentlich geförderten Wohnungen neu errichtet werden.