Reinbek

Starthilfe für Existenzgründer

Wirtschaftssenioren ziehen Bilanz

Ihr Rat ist aus Erfahrung gut: Dr. Friedrich-Karl Marcus (65) und Helmut Burmeier (64) geben Existenzgründern Starthilfe. Beide Reinbeker Ruheständler waren selbst in leitenden Wirtschaftspositionen und engagieren sich jetzt bei den "Wirtschaftssenioren" im Hamburger Verein Alt hilft Jung.

Jeden dritten Montag im Monat bieten sie im Rathaus Sprechstunden an. Im vergangenen Jahr nutzten das 30 Ratsuchende. "Die Hälfte der Kontakte wurde zu Beratungsprojekten", zieht Burmeier stolz Bilanz. Insgesamt sei die Zahl der Gründungsberatungen rückläufig. "Vor drei Jahren gab es einen Boom", erinnert Burmeier. Doch seit die Bundesagentur für Arbeit die Förderungen in die Selbstständigkeit erschwert habe, brauchen weniger Ratsuchende einen Businessplan.

"Andererseits verzeichnen wir einen Zuwachs an Beratungen von kleineren Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten", hat Dr. Marcus festgestellt. Stark gewachsen sei auch die Nachfrage zum Thema Coaching: "Freiberuflern und Kleinunternehmern fehlt oft ein Gesprächspartner, der von außen auf die Firma schaut."

Das Spektrum der Beratungsfälle in Reinbek reicht von Handwerksbetrieben bis hin zu außergewöhnlichen Geschäftsideen, wie die eines Restaurators von historischen Saxofonen. Aktuell bewegen vor allem die sozialen Dienstleistungen, die immer mehr gefragt werden, viele Existenzgründer, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Zum Beispiel als Seniorenbetreuer, Physiotherapeut, Demenzbegleiter. Aber auch ein Architekt, der aufgrund der großen Nachfrage seine Firma erweitern möchte, und diverse Einzelhändler suchten die Wirtschaftssenioren auf. Und die beschäftigen sich auch mit Geschäftsideen, die siebenstellige Umsätze bewegen, wie die Gründung eines Handelshauses.

Seit fünf Jahren kooperiert die Stadt Reinbek mit den Wirtschaftssenioren in Hamburg. "Darüber hat auch die heimische Wirtschaft im Mittelzentrum Reinbek/Glinde/Wentorf Zugriff auf das Beratungsangebot", so Reinbeks Wirtschaftsbeauftragter Michael Pohle. Für den nächsten Termin am 16. Februar nimmt er Anmeldungen unter der Nummer (040) 72 75 02 84 entgegen.

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