Austellung

"Jeder will es werden, keiner will es sein"

Reinbek (iku). Wenn wir jung sind, können wir es kaum erwarten, älter zu werden. Doch alt möchte am Ende niemand sein. Warum tun wir uns so schwer mit dem Alter?

Antworten auf diese Fragen gibt die Autorin Michelin Rampe in ihrem Buch "Jeder will es werden, keiner will es sein. Alter als Herausforderung". Ein Thema, das im Hinblick auf die demografische Entwicklung in Deutschland kaum aktueller sein kann. Nicht nur aus diesem Grund hat die stellvertretende Gemeinderatsvorsitzende Ute Meier-Eberlin die Präsentation in die Nathan-Söderblom-Kirche am Täbyplatz geholt. Die Wanderausstellung "Alters.los - Impressionen und Reflektionen über das Älterwerden" vom Kirchenkreis Hamburg Ost ist noch heute zur Marktzeit und am Sonntag nach dem Gottesdienst zu besichtigen.

Alter geht uns alle an, lautet die Intention der Organisatorin. Und so streift die Ausstellung die unterschiedlichen Perspektiven der späten Lebensphase. Ob Altersarmut, Leben im Alter, die Stellung der Familie oder den Werbemarkt. Die Plakate an den Kirchenwänden lassen den Betrachter nachdenklich werden, bringen ihn aber auch zum Schmunzeln. Wie beim Auszug aus dem Plakat "Altersheimer". Es zeigt die wertfreie Sicht eines Siebenjährigen. "Tobias hört im Radio vom Papstbesuch und fragt: Ist der Papst ein alter Mann? Die Antwort: Ja. Darauf Tobias: Dann ist Opa ja auch ein Papst."

"Alter ist anders als wir denken", steht auf einem anderen Plakat. "Die Ausstellung bietet eine Vielzahl von Facetten des Alters und soll dazu bewegen, sich mit dem Älterwerden zu beschäftigen." so Ute Meier-Eberlin. Vor allem junge Menschen werden nachdenklich. Eine Chance, vorurteilsfreier auf das Alter zu blicken.

"Wir bleiben zwar länger gesund, dennoch sind die allgemeinen Aussagen über Alter oft negativ", so Meier-Eberlin. Es gebe aber auch Beispiele, dass Alter heute aktiver ist als vor 100 Jahren, das belege auch die große Zahl an ehrenamtlich tätigen Menschen im Ruhestand, sagt sie.