Bundespräsident

Jarne Elias hat den berühmtesten Patenonkel Reinbeks

Reinbek (sho). Sie schenken im Kindesalter Schokolade, bessern später das Taschengeld mit kleinen Zuwendungen auf, helfen tatkräftig beim Umzug in die erste eigene Bude und sind Seelentröster und Berater, wenn es in der Pubertät mit den eigenen Eltern gerade nicht so gut läuft.

Die Rede ist von Patentanten und -onkeln. Ob Jarne Elias Steinert auf all das auch zählen kann, ist jedoch fraglich. Denn der Patenonkel des vier Monate alten Jungen ist schwer beschäftigt. Kein geringerer als Joachim Gauck, der erste Mann im Staat, hat für den kleinen Reinbeker die Patenschaft übernommen. Denn Jarne ist das siebte Kind von Stephanie und Thomas Steinert - traditionell übernimmt der Bundespräsident dann die Ehrenpatenschaft.

Eine Urkunde, einen kleinen Geldbetrag und einen Blumenstrauß hat gestern Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf überbracht. Er kennt Jarnes Patenonkel persönlich, noch aus Zeiten, als Joachim Gauck Pastor, später Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen war. "Er ist ein glänzender Unterhalter und ein sehr herzlicher Mensch", weiß Bärendorf, dessen Frau selbst mit fünf Geschwistern aufwuchs.

Mit Ruhe und natürlicher Gelassenheit meistert man jedoch auch einen Alltag mit sieben Kindern im Alter von vier Monaten bis 14 Jahren, sagt Stephanie Steinert. Trotz der zwei Mädchen und fünf Jungs engagiert sich die 44-Jährige in der evangelischen Kirche, hat einen Förderkreis im Kindergarten Schönningstedt gegründet und verbringt für den Besuchskreis des Bismarck-Stifts Zeit mit älteren Menschen. Ehemann Thomas Steinert (48) arbeitet in der IT-Abteilung bei der Lufthansa.

Füreinander da sein, gemeinsam essen und miteinander reden, Ausflüge und Urlaube planen, all das ist den Steinerts wichtig. "Ich wollte schon immer eine große Familie haben", erzählt die siebenfache Mutter, die selbst ein Einzelkind ist. Mehr Kinder sollen es jedoch nicht mehr werden. Denn schon jetzt füllen Jarne, Kjell (5), Nils (6), Henrike (9), Kristin (11), Lars (12) und Malte (14) samt Familienhund Fritzi munter einen Kleinbus. Mit dem geht es dann ans Meer oder in die Berge. Je nachdem, wie der große Familienrat entschieden hat.