Abschied

Nach den Schulen sind jetzt die Enkel dran

Reinbek (amü). Sie war die "Botschafterin" für Reinbeks Schulen mit Sitz im Rathaus. Heike Bretzke hat als Sachgebietsleiterin dafür gesorgt, dass Hunderte Reinbeker Kinder genügend Schulraum zur Verfügung haben.

Nach 26 Jahren Dienst bei der Stadt kennt die 60-Jährige jedes Klassenzimmer und hat bei Mensen, Anbauten, Fachräumen oder Turnhallen an der Planung mitgewirkt. Künftig wird sie in Sachen Schule nur noch ihre vier Enkelkinder begleiten, denn die Büchenerin geht in die Altersteilzeit. Am Mittwoch verabschiedet sie sich im Rathaussaal von langjährigen Kollegen.

"Ich habe gerade in einer Abschiedstournee noch einmal alle Schulleiter besucht", sagt Bretzke etwas wehmütig. Aber jetzt freue sie sich auf ihre Pflichten als Oma, den großen Garten und die Freizeit mit ihrem Ehemann, der als leitender Verwaltungsbeamter im Februar ebenfalls in den Ruhestand wechselt. In Büchen auf dem Siemannschen Bauernhof aufgewachsen, ist sie hier mit ihrer Familie verbunden. Mutter, Kinder und Enkel leben in Reichweite des ehemaligen Elternhauses.

Hier startete sie mit 15 ihre Ausbildung. Ihre Beamtenlaufbahn mündete in den gehobenen Dienst, der die junge Inspektorin 1986 nach Reinbek führte. Direkt ins damalige Schul- und Kulturamt. "Ich habe der Abteilung seither die Treue gehalten", sagt Bretzke. Der persönliche Kontakt zu Schulen, Kreisschulamt und Ministerium habe ihr besonders viel Spaß gemacht: "Es ist wichtig, dass man nicht nur schreibt, sondern die Menschen auch kennt. Das öffnet viele Türen und war für Reinbek nicht von Nachteil." Auftakt für ein Bauprogramm, um Raum für die Nachmittagsbetreuung an Schulen zu schaffen, war der Bau der Mensa an der Grundschule Mühlenredder. Aus dem damaligen Investitionsprogramm des Bundes "Zukunft, Bildung, Betreuung" wurden "90 Prozent der Kosten übernommen", erinnert sich Bretzke. Beim Bau der Mensa Gertrud-Lege-Schule und dem Ausbau des Schulzentrums gab es Förderungen aus Landesmitteln. Die Zeiten ändern sich: Beim Bau der Mensa und den Klassenräumen am Gymnasium in diesem Jahr sei die Stadt finanziell zuletzt auf sich gestellt gewesen.

Jetzt warten neue Herausforderungen, Reisen nach Süditalien und ins Gartenparadies England. "Dafür möchte ich unbedingt mein Englisch aufbessern", hat sich Bretzke vorgenommen.