Buchhandlung Erdmann

Sie blättert neue Seiten im Sortiment auf

Reinbek (aha). Manche Stammkunden kamen nie wieder, nachdem Ina Skorka-Müller im vergangenen Jahr die Buchhandlung Erdmann übernommen hatte.

Zehn Monate bekam die Buchhändlerin Gegenwind, weil sie neben klassischer Literatur mehr Unterhaltung bot.

Das breite Sortiment ihres Vorgängers Bernhard Almes hatte sie um eine 70 Quadratmeter große Kinderabteilung und einen Nonbook-Bereich erweitert. Seitdem gibt es in dem Geschäft an der Bahnhofstraße nicht nur Lesestoff, sondern auch Spielzeug und Geschenkartikel.

Skeptische Kunden ließen sich überzeugen

Ihr Übernahmemotto: nicht alles umkrempeln, aber frischen Wind hereinbringen. Für dieses Konzept wurde Ina Skorka-Müller kürzlich mit dem Existenzgründerpreis der BAG (Buchhändler-Abrechnungsgesellschaft) ausgezeichnet.

Die 43-Jährige erinnert sich an viele Kunden, die anfangs skeptisch waren, sich aber schließlich überzeugen ließen. Eine Kundin bezeichnete ihr Geschäft kürzlich als "Erlebnisbuchhandlung". "Das sind meine güldenen Momente - wenn sich jemand so wohl fühlt", sagt Ina-Skorka-Müller. "Ich glaube, es sind mehr Kunden dazugekommen, als gegangen." Mittlerweile machen ihre Angebote außerhalb des Buch-Bereichs, Kinderbücher und Taschenbücher Umsatz in gleicher Höhe. Von ihrem Vorgänger übernahm die Buchhändlerin das gesamte Team. "Das ist meiner Meinung nach ein Garant für eine erfolgreiche Übernahme. Ohne meine Mitarbeiter hätte ich das nie geschafft", betont sie. Insgesamt sind sie zu acht. Zum Team gehören auch zwei Auszubildende.

Keine Angst vor der Konkurrenz im Internet

Angst vor Online-Konkurrenz hat Ina Skorka-Müller nicht. "Was Internethändler nicht können, ist die persönliche Beratung. Statt mit amazon mitzuhalten, brauchen wir unser eigenes Gesicht. Dann wird sich zeigen, ob es funktioniert."

Das hat es offenbar. Von dem Preisgeld über 6000 Euro hat sie eine neue Grußkartenwand für die Buchhandlung gekauft, Außerdem will die Buchhändlerin alle Kollegen zum Gänseessen eingeladen. "Was wir mit den restlichen zwei Drittel machen, steht noch nicht fest. Dafür wollen wir erst einen klugen Plan entwickeln."