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Was machen Sie bis zum Weltuntergang?

Reinbek (hof). Prophezeiungen, dass die Welt an einem bestimmten Datum untergehen würde, gab es schon immer. Ältere erinnern sich bestimmt noch an den Schlager: "Am 30. Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr, wir leben nicht mehr lang. . ." Passiert ist nichts.

Und so wird es wohl auch am 21. Dezember sein. Denn just an diesem Datum endet der Langzeitkalender der Maya, der von etwa 3000 vor Christus bis zum 21. Dezember 2012 reicht.

Wenn man den Berechnungen der Maya glaubt, ist das der Beginn eines neuen Weltzeitalters. Aus astronomischer Sicht könnte in der Tat etwas Außergewöhnliches beobachtet werden. Einmal alle 25 800 Jahre zieht die Sonne zur Wintersonnenwende mit dem Zentrum der Milchstraße gleich. Genau dies wird am 21. Dezember 2012 passieren. Ein weiteres gespenstisches Zusammentreffen? Pessimisten glauben nun, dass die Sonne die Erde verschlingen wird. Es gibt aber auch sachlichere Schlussfolgerungen: So sieht die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa in dem Ende des Maya-Kalenders den Neubeginn eines Zyklus, ähnlich wie unser Kalender am 31. Dezember endet und am 1. Januar neu beginnt.

Mit Winterbeginn am 21. Dezember wird die Welt ganz sicher nicht untergehen. Aber was wäre, wenn doch? Wir fragten Reinbeker: "Wie würden Sie die letzten vier Wochen nutzen?"

Madlen Gruhne (35), Friseurmeisterin aus Hinschendorf: "Ich würde noch schnell einen Friseursalon aufmachen. Das ist mein Traum. die Zeit mit meiner Familie und Freunden würde ich besonders genießen, viel telefonieren und persönliche Gespräche führen. Natürlich hätte ich große Angst vor dem Weltuntergang. So wie man sich vor einem Krieg oder einer Naturkatastrophe fürchtet."

Cornelia Althans (30), stellvertretende Kita-Leiterin aus Neuschönningstedt: "Ich würde jede Minute, nein jede Sekunde, mit meiner kleinen Tochter und meinem Mann genießen. Und auf jeden Fall noch mal ans Meer fahren. Mein Mann und ich haben uns an der Ostsee kennengelernt und fahren oft dorthin. Ich werfe vorher noch schnell jeden Stress über Bord und bleibe ganz gelassen."

Helga (82) und Martin Sell (85), pensionierter Zollpräsident und Lehrerin aus Alt-Reinbek: "Wir würden abwarten und bis zum Schluss nicht glauben, dass es wirklich einen Weltuntergang geben wird. Wir würden auch in den letzten vier Wochen so weitermachen wie bisher mit unserem ruhigen, sehr zufriedenen Leben. Dazu gehören kleine Spaziergänge genau so wie nett irgendwo an einem schönen Ort Kaffee zu trinken."

Alexander Werth (42), Selbstständiger aus Alt-Reinbek: "Ich würde das Leben genießen, dazu mit meinen Freunden darauf wetten, wer von uns zuerst ins Gras beißt. Etwa Besonderes zu machen, das lohnt sich nicht mehr. Aber vielleicht sollte man schnell einen Kredit aufnehmen und irgendetwas Verrücktes tun."

Ursula von Gellhorn (57), Buchhändlerin in Reinbek: "Einen Weltuntergang, den würde ich ignorieren, darüber auf jeden Fall nicht den Verstand verlieren. Einfach alles hinschmeißen und nach Hawaii reisen, wäre nicht mein Ding. Ich würde mein Leben nicht ändern wollen und auch nicht von außen dazu bestimmt werden."