Winterspaß

Bahn frei für Rodeln im Krähenwald?

Reinbek. "In schneereichen Wintern, wenn die Rodelbahn vereist war, haben wir uns einfach Plastiktüten untergelegt und sind gen Loddenallee bergab geflitzt", erinnert sich die Reinbekerin und "bz"-Redakteurin Susanne Tamm an den Kinderspaß in den 70er-Jahren.

"Für uns war der Krähenwald eine große Wildnis. Wir haben Antarktisexpedition gespielt, unser Proviant waren Orangen." Auch Volker Müller denkt gern an das Rodelvergnügen zurück: "Wer gut war, ist mit seinem Schlitten bis zum Krankenhaus gekommen."

Der SPD-Stadtverordnete wollte auch für nachwachsende Generationen diesen Spaß wieder beleben. Aber die Zeiten haben sich geändert. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei die Herrichtung der alten Anlage in den Landesforsten mit zu vielen Risiken behaftet, teilte Dagmar Schmalfeldt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses mit. Die Sachgebietsleiterin für Jugend und Kultur im Rathaus hatte beim Förster kein grünes Licht einholen können. Dennoch wolle das Reinbeker Rathaus jetzt nach rechtlichen Möglichkeiten suchen, damit das Projekt Rodelbahn vielleicht doch noch vor dem ersten Schnee verwirklicht werden könne.

"Mir war aufgefallen, dass kaum noch jemand die Rodelbahn kennt", sagt Müller, der die Initiative angestoßen hatte. Er selbst erinnert sich noch gut an die Entstehung. Im Rahmen des Projektes "Jugend hilft Jugend" haben Jugendliche aus verschiedenen westeuropäischen Ländern 1960 die Bahn mithilfe des Bauhofes und viel Handarbeit angelegt. "Das Forstamt hatte damals die Trasse freigeholzt", so Müller. Es wäre schade, wenn dieser Einsatz vergessen wird. Die Bahn führt vom Höhenweg hinter der Bebauung Hinschendorf etwa 70 Meter runter und endet parallel zur Loddenallee auf einer Wiese.

Die Zeiten hätten sich jedoch in den vergangenen 20 Jahren geändert, gibt Förster Fritz Ole Wolter zu bedenken, der als Mitarbeiter der Landesforsten für die Verkehrssicherheit zuständig wäre. "Die Menschen klagen immer schneller und häufiger und im Falle eines Unfalls könnte ich dann sogar persönlich haftbar gemacht werden. "Das ist mir zu heiß", gibt Wolter offen zu. Und Schilder, die eine Haftung ausschließen, hätten heute juristisch keinen Bestand mehr.

Auch sein Vorgänger Claus-Peter Alpen hätte Bauchschmerzen, die Bahn wieder herzurichten: "Wir haben das vor etwa 19 Jahren zuletzt gemacht, aber der Verkehr auf der Loddenallee hat seitdem stark zugenommen."

"Die Menschen klagen immer schneller und häufiger." Ole Wolter, Förster