Gesundheitszentrum

Ärztehaus: Neuer Investor am Start

Reinbek. Selbstbewusst traten die Projektentwickler vor drei Jahren an die Stadt heran. Noch im selben Jahr sollte der Baustart für ein Ärztehaus sein. Die Eröffnung des "Gesundheitszentrums Meditalis" war für 2011 geplant.

Neben dem Krankenhaus an der Hamburger Straße klafft jedoch noch heute eine Lücke. Dort, wo die Bagger bereits den Boden für den Neubau bereitet und die alte Villa abgerissen hatten. Der Projektentwickler und Generalunternehmer, die Firma "Projekt Holzbau Merkle K.O.M. GmbH", hat den Abriss bezahlt, ist aber inzwischen außen vor.

"Das Bauschild hat mit uns nichts mehr zu tun. Wenn hier jemand anderes so baut, wie wir geplant haben, werden wir eine Schadensersatzklage anstreben", sagt Geschäftsführer Rainer Merkle wütend. Knapp 400 000 Euro seien in die Planungen und Vorarbeiten für ein Ärztehaus investiert worden. "Wir entwickeln Projekte und verkaufen sie dann an Investoren, haben uns um Abriss, Ingenieurplanung und Baugenehmigung gekümmert." Die Baugenehmigung ist noch bis August 2013 gültig.

Es gab ein umfangreiches Expose für das Konzept. Ärzte verschiedener Fachrichtungen sollten unter einem Dach auf 1150 Quadratmetern praktizieren, ein zentraler Empfangsbereich, Telefondienst und andere Serviceeinrichtungen für Büroarbeiten, ein Bistro und eine Apotheke waren geplant. Die Resonanz auf das Ärztehaus sei gut gewesen. "Wir hatten einen Vermietungsstand von 80 Prozent, aber leider die falschen Partner", sagt Merkle.

Es habe einen Investor gegeben, mit dem Merkle für eine Übernahme der Planungen in Verhandlung war. Doch zu einem Abschluss ist es nicht gekommen. "Als ich in Reinbek war, habe ich mich dann gewundert, als ich das Bauschild sah", so Merkle. Jetzt seien andere am Zug, versuchten das Projekt mit anderen Partnern umzusetzen.

Federführend für das Projekt sind nun die Projektentwickler von Köhler & von Bargen Immobilien OHG mit Sitz in Hamburg. Das Grundstück sei gekauft worden und es werde keine Überschneidungen gebe, so ein Mitarbeiter. "Wir sind dabei, jetzt noch einen eigenen Bauantrag zu stellen", fügt er hinzu. In Gesprächen mit Fachärzten sollten dazu klare Verhältnisse geschaffen werden und das Zentrum im kommenden Jahr gebaut werden.

Von Anfang an war das Projekt von Streitigkeiten begleitet. Schon im Sommer 2011 zeichneten sich Differenzen ab. Frank Lindenlaub, Geschäftsführer der Hamburger Managementgesellschaft Actmedic, hatte die Pläne vor zwei Jahren im Rathaus vorgestellt. Die von ihm gegründete Firma Meditalis wollte das Ärztehaus unter dem Motto "Gesundheit Tür an Tür" betreiben. Auch er ist seit einem Jahr nicht mehr im Boot.

Das Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus wurde von einer Erbengemeinschaft verkauft.