Jubiläum

Maler Butsche schüttelt auf Wunsch sogar Kopfkissen auf

Reinbek (iku). In seiner adretten, weißen Arbeitskleidung hat ihn schon manch einer mit einem Arzt des Krankenhauses verwechselt. Doch Alfred Vierkant ist seit 40 Jahren als Maler im St. Adolf-Stift unterwegs.

1972 begann er als Geselle in der Klinik, in der schon sein Vater für den richtigen (Farb-)Ton gesorgt hatte, 18 Jahre noch mit ihm zusammen. Ein wenig Wehmut schwingt mit, wenn der 62-Jährige aus der Zeit erzählt. Seine größte Herausforderung sei es gewesen, auf einmal allein für den Arbeitsbereich verantwortlich zu sein.

Vierkant, dessen Tochter im St. Adolf Stift eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht hat, ist ein überaus positiver Mensch. Immer ein Lächeln im Gesicht und ein nettes Wort auf den Lippen. "Das Schönste am Tag ist für mich, wenn ich anderen eine Freude bereiten kann" berichtet der Großvater, dessen erstes Enkelkind ebenfalls an der Hamburger Straße zur Welt gekommen ist.

Aufgewachsen mit vier Schwestern und selber Vater zweier Töchter, ist er davon überzeugt, dass Frauen ein Jungbrunnen sind. Kaum einer kennt ihn jedoch unter seinem Namen Alfred Vierkant. Da sein Vater den gleichen Vornamen trug, stellte er sich vom ersten Tag an mit seinem Kosenamen "Butsche" vor, den er als Hamburger Jung von seiner Großmutter bekommen hatte.

Inzwischen ist er im St. Adolf-Stift der einzige Maler in der technischen Abteilung neben einem Tischler, zwei Elektrikern, zwei Klempnern, vier Gärtnern und zwei Medizintechnikern. Bei großen Projekten wird der fröhliche Handwerker von Fachbetrieben unterstützt, das Filigrane und die besonderen Aufgaben sind seine Spezialität.

Dezent weiß er sich zu verhalten, wenn Arbeiten in Patientenzimmern zu verrichten sind. Und wenn dann die Bitte erklingt, einmal kurz das Kopfkissen aufzuschütteln, so wäscht er sich schnell die Hände und zaubert den Patienten dabei noch ein Lächeln ins Gesicht. Allzu oft wird er dann als "Herr Doktor" angesprochen. Zu tun hat er genug. In jeder Station gibt es ein Reparaturbuch, in das die notwendigen Arbeiten eingetragen werden. Täglich werden die Aufgaben durch die technische Leitung verteilt. Doch Butsche ist sein eigener Herr, sieht Arbeit und geht sie an.

Dass sie ausgeht, ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Durch die stetigen Erweiterungen des Krankenhauses, wird immer und überall ein Maler gebraucht. Alfred Vierkant kennt das Krankenhaus in- und auswendig. Es gibt wohl keinen Raum, den er noch nicht betreten hat.

Auch in seiner Freizeit bleibt er dem Krankenhaus treu: Kegeln, Doppelkopf, Skat, Fußballfanclub - Butsche ist dabei. Doch in drei Jahren ist Schluss, da steht der Ruhestand vor der Tür. Butsche wäre sich nicht treu, hätte er dafür nicht schon längst eine Lösung parat. "Dann werde ich ein ehrenamtlicher Helfer für alle und alles.