Kulturchef

100 Bewerber wollen seinen Job

Reinbek (sho). Reinbek sucht einen neuen Kulturchef, und im Rathaus stapeln sich die Bewerbungen.

An die 100 Frauen und Männer haben sich beworben, möchten Bernd M. Kraske im Amt beerben. Acht Bewerber, die es in die engere Auswahl geschafft hatten, stellten sich gestern im Rathaus vor. Mit einer Entscheidung ist in den kommenden zwei Wochen zu rechnen, wenn die Wahl auf einen Kandidaten gefallen ist und der Personalrat zugestimmt hat.

Dass die Stadt eine attraktive Stelle ausgeschrieben hatte, war Bürgermeister Axel Bärendorf und seinem Team klar. An die 100 Bewerbungen - das hat jedoch auch sie überrascht. Zumal die Stelle in ihrer neuen Form auf Sachgebietsleiter-Ebene anzusiedeln sei, für die es in anderen Bereichen zum Teil nur bis zu 20 Bewerbungen gebe.

An der Stelle sind auch Kulturschaffende aus dem europäischen Ausland interessiert. Darunter Menschen, die einen exzellenten Lebenslauf vorweisen können und für die Stelle, so Axel Bärendorf, durchaus als "überqualifiziert" bezeichnet werden können. "Wir können dem neuen Kulturchef ein Budget von 50 000 Euro anbieten. Das ist das, was einige Bewerber bei ihrem jetzigen Arbeitgeber als Monatsbudget zur Verfügung haben", schätzt der Verwaltungschef. Es sei beeindruckend, aber auch bedrückend, so Bärendorf, zu sehen, welche Topleute sich auf diese ohne Zweifel interessante und attraktive, vom Budget her aber begrenzte Stelle beworben hätten. Es spiegele auch die Stellenknappheit auf dem Markt für Kulturschaffende wider. Viele gut ausgebildete Leute kreisen um wenige Jobs.

Seinen offiziellen Theaterbetrieb beendet Reinbek Ende 2014. Der Vertrag der Stadt mit dem Eigentümer des Sachsenwald-Forums läuft aus. Lustspiele, Dramen und Kabarett wird es dann dort nicht mehr geben. Der Wirkungskreis des neuen Kulturchefs oder der neuen Kulturchefin liegt im Schloss. Dort müssen Veranstaltungen geplant und angeboten, die Bewirtschaftung der Räume und die Vermietung anderer Einrichtungen organisiert werden. Gewünscht ist auch die Vernetzung mit anderen lokalen, regionalen und überregionalen Kulturträgern.