Jugendarbeit

Mehr Stunden für Straßensozialarbeit

Reinbek (sho). Aus dem Nähkästchen plaudert Thomas Wilsdorf nicht. All das, was der Straßensozialarbeiter mit den jungen Leuten bespricht, für die er in Reinbek zuständig ist, wird vertrauensvoll behandelt.

"Das ist eine Grundvoraussetzung, um überhaupt mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen" weiß er.

Seit mehr als einem Jahr sucht er Kontakt zu den Mädchen und Jungen, die mit den anderen Angeboten der Jugendeinrichtungen in der Stadt nicht zu erreichen sind. Am Dienstag wird über die Fortschreibung seiner Arbeit im Jugend-, Sport- und Kulturausschuss entschieden (19.30 Uhr, Rathaus, Hamburger Straße 5-7).

Stimmen die Politiker der Verwaltungsvorlage zu, wird die Stelle als befristetes Projekt bis zum 31. Dezember 2014 fortgeführt. Im gleichen Zug wird die Stundenzahl von sieben auf elf pro Woche aufgestockt. Kostenpunkt: 18 600 Euro, die aus der Haushaltskasse der Stadt Reinbek kommen - ein Zuschuss für die Arbeiterwohlfahrt, die das Projekt ins Leben gerufen hat.

Die vier Stunden mehr seien auch deswegen nötig, um Kontinuität in die Arbeit mit den Jugendlichen zu bekommen. Sieben Wochenstunden seien schnell um, wenn allein schon eine Begleitung zum Sozial- und Arbeitsamt oder zur Suchtberatung mehrere Stunden in Anspruch nimmt.

Um den Jugendlichen den Weg zu Thomas Wilsdorf zu erleichtern, soll neben seinem Hauptarbeitsplatz - dem Treff am Täbyplatz - und den Kontakten auf der Straße eine weitere Anlaufstelle angeboten werden. Angedacht ist derzeit ein Raum in der Nathan-Söderblom-Kirche am Täbyplatz. "Im Treff sollen die Jugendlichen ihre Freizeit gestalten können. Haben sie Probleme, würden sie mich dort vor anderen Jugendlichen nicht ansprechen. Ein neutraler Begegnungsort wäre besser", so der 38-Jährige. Rund ein halbes Jahr hat es gedauert, bis er das Vertrauen der Jugendlichen gewonnen hatte.