Jugendcamp

Reinbek - Vorbild für Europa?

Reinbek (st). Freundschaften waren nur ein Ergebnis der jüngsten Reisen mit dem Jugendzentrum (Juz) in die Partnerstadt Kolo in Polen, aber auch nach Istanbul vor zwei Jahren. Ganz nebenbei fiel den jungen Leuten auch auf, dass ihre Treffpunkte und die Möglichkeiten, in der Politik mitzubestimmen, nicht selbstverständlich sind.

In der Zwei-Millionen-Stadt Istanbul gibt es beispielsweise nur ein einziges Jugendzentrum. "Bei uns haben sich Beteiligungsstrukturen für Jugendliche etabliert, die jetzt auch in der Kommunalordnung festgeschrieben sind. Allerdings haben sich Jugendliche vor 35 Jahren dies auch hart erkämpft", stellt Juz-Leiter Michel Richter-Brehm fest. Daraus entstand nun die Idee für ein internationales Jugendcamp im Sommer 2013 in Reinbek.

"In Kolo beispielsweise haben Jugendliche keinen Raum, wo sie sich treffen können", erläutert Michel Richter-Brehm. "Sie wünschen sich etwas wie das Juz." Das Jugendzentrum, betrieben von der Awo, möchte den Stadtjugendring, das Partnerschaftskomitee und die Stadt Reinbek für die Planung des internationalen Camps mit ins Boot holen. Für die Finanzierung hofft das Team auf das EU-Programm "Jugend in Aktion." 50 junge Leute aus Polen, Schweden, Portugal und der Türkei sind nach Reinbek eingeladen, um die Möglichkeiten der Jugendlichen kennenzulernen.

In Reinbek gibt es den Jugendring, der einen Vertreter in die Sitzungen der politischen Gremien entsenden darf. Außerdem sorgt der Jugendbeauftragte dafür, dass die Interessen der Kinder berücksichtigt werden, initiiert Beteiligungsprojekte für die Planung von Spielplätzen oder Skateranlagen. Im Juz, im Kinder- und Jugend-Treff am Täbyplatz, in der Kinder- und Jugend-BeGe am Querweg in Neuschönningstedt sowie aktuell noch im C-Haus an der Schulstraße können sich junge Reinbeker treffen.

Die verschiedenen Einrichtungen, Gremien und Ämter werden die insgesamt 60 Teilnehmer während des Camps vom 23. Juni bis 3. Juli unter die Lupe nehmen und überprüfen, was sich bei ihnen umsetzen lässt. Auch zehn jugendliche Reinbeker, die sich engagieren oder engagieren wollen, sind dabei.

Spaß machen soll die Begegnung natürlich auch. "Ziel ist es, einen langfristigen Prozess in Gang zu bringen", sagt Richter-Brehm. Das Ergebnis sei offen. Auf keinen Fall wollen die Reinbeker ihre Strukturen als das einzig Ideale verstanden wissen.