Jugendarbeit

"Midnightsports" - Kicken, damit junge Leute sich kennenlernen

Wentorf (voe). Es ist kein Geheimnis: In und um Wentorf gibt es nur wenige Treffpunkte für Jugendliche.

Deshalb bieten die Straßensozialarbeit Wentorf des Kreises Herzogtum Lauenburg, die Gemeindejugendpflege Wentorf, das Evangelische Jugendhaus Marienburg und der Jugendtreff Prisma 14- bis 21-Jährigen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg unter dem Titel "Midnightsports" einen Fußball-Marathon am Abend. Auch am vergangenen Sonnabendabend sollte ein Soccerturnier vor dem Möbelpark Sachsenwald den jungen Leuten die Langeweile vertreiben.

"Der Skaterpark und das Prisma", sagt Maik Zander (21), wenn er danach gefragt wird, welche Treffpunkte ihm zuerst einfallen. Aber dann wird es auch schon schwierig. "Zusammen abhängen", beschreibt Tim Kossek (15) die Alternativen für die Freizeitgestaltung. "Wir treffen uns oft bei Freunden in der Nachbarschaft, denn die Busverbindungen sind sehr schlecht." Außerdem fühlen sich die jungen Leute oft ausgeschlossen und unerwünscht, wie eine Aktion der Straßensozialarbeit jüngst im Rathaus zeigte.

Dagegen und um das "Abhängen" der Jugendlichen aufzulockern, hieß es am Samstagabend Kicken bis um Mitternacht. "Der Möbelpark hat uns das Gelände freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt", lobte Sozialarbeiterin Linda Jeschke. Trotz besten Wetters trafen allerdings nur vier Mannschaften - etwa 20 Jugendliche - zum Open-Air-Wettbewerb ein. Mindestens drei Mannschaften seien lieber zum Wutzrock-Festival am Eichbaumsee gefahren, bedauerte Gemeindepfleger Mario Kramer. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es statt in der ersten Septemberwoche schon dieses Wochenende läuft."

Maik und Tim aber machten mit, zusammen mit Kumpel Nico Dreeßen, von dem der Tipp kam. "Das ist mal etwas anderes", meinten die Freunde. Engagiert kämpften sie im 15 mal sechs Meter großen Feld, jeweils Drei gegen Drei, um Medaillen und Süßigkeiten. Und die Wentorfer gewannen - was aber nicht im Vordergrund stand. Kramer: "Die Jugendlichen sollen sich über den Sport kennenlernen." Die Mädchen und jungen Frauen sprach der Wettbewerb offenbar weniger an. "Leider bekommen wir nicht genügend Mädchenteams zusammen", bedauerte Kramer.