Seefahrt

Kein Seemannsgarn, sondern ungeschminkte Realität auf See

Reinbek (hof). Fiete hat die Welt gesehen. Als junger Mann fuhr er in den 1960er-und 70er-Jahren zur See. Seine Erlebnisse als Decksmann auf den Weltmeeren hat Friedrich Heinrich Synold in Büchern festgehalten.

Sein erster Roman erzählt von den Erlebnissen während seines ersten Bordeinsatzes als 19-Jähriger auf einem Tanker. Nun ist das zweite Buch über seine Erfahrungen auf See fertig.

Darin erzählt Synold von seinen Abenteuern auf einem Kümo (Küstenmotorschiff), mit dem er 1969 auf Nord- und Ostsee unterwegs war. Besonders eindringlich: die Schilderung eines schweren Sturms, bei dem die Ladung des Schiffes mit Schnittholz zu Bruch ging und Fiete so richtig seekrank wurde. Aber auch eine lange Nacht auf St. Pauli darf nicht fehlen. Fiete und seine Mannschaftskameraden lernten auf Landgang auch die weltbekannte Herbertstraße und Kneipen kennen, die noch heute in aller Munde sind.

Schon als kleiner Junge, der mit drei Geschwistern in Schwarzenbek aufwuchs, träumte Synold von der Seefahrt. Auf Wunsch des Vaters, der im Hamburger Hafen arbeitete, musste er jedoch erst einen ordentlichen Beruf lernen, bevor er sich der Seefahrt zuwenden durfte. Sofort nach seiner Maler- und Lackierer-Lehre heuerte er als Decksmann auf einem Tanker an.

Davon erzählt der 1947 geborene Synold im ersten Buch, das genau wie jetzt der neue Roman "Seefahrt, Kümo - alles, ungeschminkt" im Eigenverlag erschienen ist. "70 Vorbestellungen liegen schon vor", sagt der Autor, der seit vielen Jahren in Reinbek lebt. Denn irgendwann war Schluss mit der Seefahrt - weil es doch ein recht einsamer Job ist. Und Familie wollte Synold auf jeden Fall. So wurde er mit 30 Jahren sesshaft und durchlebt die Seefahrt nun in seinen Büchern aufs Neue.

Seine Schreibstube hat er sich im einstigen Kinderzimmer mit allerlei Seemannsgetüdel eingerichtet: Auf der großen Weltkarte an der Wand sind nur Australien und die Westküste Südamerikas "weiße Flecken" für ihn. Den Globus haben ihm die beiden Töchter geschenkt. Seekarten und Modellpläne der Schiffe, auf denen er gefahren ist, zieren die Wände. Und als Seebär hat sich auch Synold tätowieren lassen - eine Jugendsünde, zu der er heute aber steht. Nun hofft der Ex-Matrose auf eine Karriere als Buchautor. Zwei Krimis von ihm, die auch im maritimen Milieu spielen, sind im Bremer Verlag Hauschild erschienen.

Mehr Infos auf www.perlduekkers-seefahrt.de im Internet. Das Buch gibt es für 22,20 Euro im Handel, auch als E-Book.