Neustart

19 Realschüler packen ihre Schultüte am Gymnasium aus

Reinbek (sho/st). Die Gemeinschaftsschule Reinbek entlässt in diesen Tagen 40 Realschüler und 18 Hauptschüler mit einem Abschluss ins Leben.

Besonders erfreulich für Schulleiter Frank Lölling: 19 Realschüler, also fast 50 Prozent der Absolventen, setzen ihre Schullaufbahn auf den Gymnasien in Reinbek, Wentorf oder Hamburg fort.

Nicht immer war das direkt bei der Anmeldung für die fünften Klassen absehbar. "Diese Schüler wussten irgendwann, was sie wollen, und haben sich mit viel Fleiß auf den Übergang zum Gymnasium vorbereitet", sagt Lölling. Nicht selten haben sich die Jugendlichen auch untereinander angespornt, noch mehr aus ihrer Schulkarriere herauszuholen. Das Motto: Wenn mein Kumpel das kann, kann ich das auch.

Für diese Schüler haben der Schulleiter und seine Kollegen sogar Extra-Unterricht anberaumt, der offiziell nicht auf dem Stundenplan stand. Dafür haben sowohl die Schüler als auch die Lehrer ihre Freizeit geopfert. Lölling selbst hat zusätzliche Mathestunden angeboten, um die Mädchen und Jungen auf den Stoff des Gymnasiums vorzubereiten. Von den 40 Realschulabsolventen haben 17 einen Ausbildungsplatz bekommen. "Die meisten sind im kaufmännischen Bereich untergekommen", weiß der Schulleiter. Drei Schüler gehen jetzt in berufsvorbereitende Maßnahmen.

Der Übergang vom Hauptschulzweig auf die Realschullaufbahn klappt nicht so oft wie die auf das Gymnasium. Nur zwei der 18 Hauptschulabsolventen streben jetzt einen höheren Schulabschluss an "Viele sind am Ende ihrer Leistungsgrenze angekommen", so Lölling. Neun Schüler haben einen Ausbildungsplatz im Handwerk bekommen, drei Jugendliche gehen in eine berufsvorbereitende Maßnahme.

Derzeit ist Schulleiter Lölling in Gesprächen mit der Politik. Zusammen mit seinen Konrektoren Thomas Diederich und Jan Pillich setzt er sich für eine gymnasiale Oberstufe an seiner Schule ein. Es wäre wie ein Sechser im Lotto, wenn das Abi nach neun Jahren auch am Schulzentrum möglich sei, sagen sie. Von den 135 Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein bieten dies derzeit nur 25 an. Den Antrag muss die Stadt als Schulträger stellen, sagt Lölling. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt er selbstbewusst.