Abgelehnt

Gewerbesteuer wird nicht angetastet

Wentorf (st). Angesichts zunehmend leerer Gemeindekassen juckt es manchen Lokalpolitiker in den Fingern, die Steuern zu erhöhen.

Wie berichtet, hat Wentorf bereits die Hundesteuer und die Vergnügungssteuer erhöht. Das spült jeweils etwa 10 000 Euro zusätzlich pro Jahr in die Kasse. Am Donnerstagabend hatte der Wentorfer Finanzausschuss auch die Erhöhung der Gewerbesteuer auf der Agenda.

"Dank der Verwaltungsvorlage können wir uns jetzt vorstellen, welchen Unterschied zehn Punkte im Hebesatz ausmachen", stellte Harro Vogt (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses fest: Die Erhöhung der Gewerbesteuersatzes von 330 auf 350 Punkte von Hundert könnte das Haushaltsergebnis 2014 um 368 200 Euro verbessern.

Den größten Batzen in den kommunalen Kassen machen die Realsteuern aus, das sind die Gewerbesteuer für Gewerbebetriebe, die Grundsteuer A für Eigentümer unbebauter Grundstücke, wie Land- oder Forstwirtschaft sowie die Grundsteuer B für Eigentümer bebauter Grundstücke. Die Politiker können ihre Einnahmen über die Höhe der Steuerhebesätze beeinflussen. In Wentorf liegen diese im Vergleich zu denen der umliegenden Gemeinden am unteren Ende der Tabelle, während der Mittelzentrumspartner Glinde an der Spitze steht (siehe rechts). Der Hebesatz ist ein Instrument für die Steuerberechnung: Er wird mit dem vom Finanzamt festgesetzten Steuermessbetrag multipliziert.

Klaus Derndinger (SPD) plädierte für eine Erhöhung der Gewerbesteuer: "Ich halte die Erhöhung für dringend notwendig, zumal sie sehr maßvoll wäre. Wohin sollte ein Wentorfer Gewerbebetrieb abwandern? Es gibt keine günstigere Gemeinde." Doch die anderen Fraktionen, CDU, die Grünen, UWW und FDP warnten vor der Erhöhung: Ein starker Steuerzahler könne auch wegbrechen. "Lassen wir die Finger davon", schlug Vogt vor. "Ich bin allerdings überzeugt, dass das Thema wiederkehren wird."