VSW Konjunkturumfrage

Auftragslage besser als im Vorjahr

Reinbek. Der Verband der Südholsteinischen Wirtschaft (VSW) blickt optimistisch in die Zukunft. Auftragslage und Investitionsbereitschaft sind gut. Das ergab die Halbjahres-Umfrage unter den 317 Mitgliedsfirmen in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg.

"Danach leben wir auf einer Insel der Glückseligen", so Vorstandsvorsitzender Michael Voigt.

Die meisten der befragten Mitgliedsfirmen seien sogar zuversichtlicher als noch vor einem halben Jahr. So bewerteten 81 Prozent ihre Auftragssituation besser. "89 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen steigern oder gleichhalten", ergänzte Geschäftsführer Axel Stehr.

Dass die Mitgliedsfirmen wirtschaftlich gut aufgestellt sind, führt Voigt auf den gesunden Branchenmix zurück. Dadurch sei die Wirtschaftslage im Verbandsgebiet nicht von "Durchhängern" wie zum Beispiel der Autozulieferer-Industrie abhängig. "Wir sind leistungsstark, unsere Produkte nachgefragt."

Das bestätigt auch Martin Bentz, Geschäftsführer der Reinbeker Pumpen-Service-Bentz GmbH. Der regionale Anbieter erwirtschaftete 2011 mit 20 Mitarbeitern 3,6 Millionen Euro Umsatz. Die Euphorie des ersten Quartals sei zwar seit April etwas gedämpft. "Aber wir haben immer noch eine gute Auftragslage", so Bentz. Die eher am internationalen Markt orientierte Glinder Firma Siegfried Jacob GmbH & Co. KG (50 Mitarbeiter, 100 Millionen Euro Umsatz) sieht dagegen ein paar Wolken aufziehen. Ihr Exportanteil liege bei 40 Prozent. An den Rohstoffbörsen sei die Euro-Krise spürbar, sagt Geschäftsführer Achim Lindhorst.

Insgesamt sei die mittelständische Wirtschaft, vor allem was das Eigenkapital angehe, deutlich besser aufgestellt als noch vor zehn Jahren, so Voigt. "Nach wie vor entscheidend ist ein sehr guter beziehungsweise gleichbleibend hoher Auftragseingang (62,5 Prozent) aus dem Inland", zitiert Voigt die Ergebnisse. Die Nachfrage aus dem Ausland verbleibe mit 25 Prozent auf hohem Niveau.

Die positiven Zahlen bestätigen aber auch die zunehmende Tendenz, dass die Unternehmen Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern haben. "So haben knapp 54 Prozent der befragten Unternehmen erklärt, dass sie die Stellen entweder nicht oder nur mit Schwierigkeiten besetzen konnten", betont Voigt. Besonders dramatisch sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Hatte Lindhorst vor zwei Jahren noch 120 Bewerbungen auf dem Tisch, waren es in diesem Jahr gerade 15. "Nur knapp 43 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie alle ihre Ausbildungsplätze besetzen konnten", so Voigt. Zunehmend müssten sie um qualifizierte und leistungsbereite Auszubildende kämpfen.

"Wir fordern deshalb die Politik auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch ausländische qualifizierte Mitarbeiter nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in der Region freie Stellen besetzen können", erklärte Voigt.