Bauantrag

Seniorenresidenz möchte Recht auf Anbau umsetzen

Reinbek. Seit die Seniorenresidenz Reinbek im Mai 2011 das erste Mal ihre Erweiterungspläne vorgestellt hatte, schlugen ihr massive Proteste entgegen. Anwohner befürchteten eine "Senioren-Migration", sprachen und von einer "baulichen Katastrophe" an der Hamburger Straße.

"Da wurden Eigeninteresse und Sachargumente gefährlich vermischt", sagt Projektentwickler und Gesellschafter Heinz Klöpper. Auch bei den Kommunalpolitikern fanden die Pläne keine Resonanz. Mehrere Anläufe, ins Gespräch zu kommen, seien seither gescheitert, bedauert Klöpper. Dennoch hält die Seniorenresidenz an den Plänen fest, wenn auch in etwas abgespeckter Form. Eine Bauvoranfrage für zwei neue Gebäude für Servicewohnen mit Café sowie eine Pflegeeinrichtung mit Hospiz wurde jetzt eingereicht.

"Wir stehen hinter diesem Standort. Die 133 Plätze in der stationären Pflege sind seit eineinhalb Jahren voll belegt", bekräftig Klöpper die Erweiterungspläne. Die Residenz werde gut angenommen. "Wir möchten den Menschen deshalb verschiedene Wohnformen anbieten und verstehen nicht, warum vonseiten der Stadt so massiv geblockt wird", fügt er hinzu. "Nach der geltenden Bauverordnung haben wir einen Anspruch darauf, dass das Vorhaben geprüft wird. Wenn uns das, was allgemein gültig ist, versagt wird, würden wir uns wehren", kündigt Klöpper an.

Um der Stadt entgegenzukommen, würden die Gebäude niedriger gebaut und auch der Abstand zur Wohnbebauung sei erweitert worden. Zu den vorhandenen 19 sollen weitere Eigentumswohnungen entstehen, in denen ältere Menschen eigenständig leben können und bei Bedarf Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Daran angegliedert werde eine Begegnungsstätte mit Café. In einem weiteren Haus sind Einzelzimmer für Menschen mit Demenz geplant sowie ein kleines Hospiz mit fünf Plätzen.

Bürgermeister Axel Bärendorf hat die Fraktionschefs bereits über die Pläne informiert. Die Tagesordnung der heutigen Stadtverordnetensitzung soll danach um einen Dringlichkeitsantrag ergänzt werden. Angekündigt wurde die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit dem gleichzeitigen Erlass einer Veränderungssperre. Denn für das Gebiet gibt es keinen Bebauungsplan. Nach Auskunft der Bauaufsicht gebe es nur die Auflage, dass sich die Neubauten in die vorhandene Bebauung einpassen müssen. Das sei zumindest bei einem Gebäude idealtypisch gegeben.