Wildvogel

Kauz-Baby beim Mittagsschläfchen

Reinbek (kb). Wer nahe dem Klosterbergenwald wohnt, kennt ihre "Huuu-huhuuh-Rufe". Im Oktober/November und Januar/Februar wird diese Ecke in Alt-Reinbek "unheimlich" und würde jede heikle Krimi-Situation mit spannender Atmosphäre füllen.

In der Zeit sind die Waldkäuzchen (Strix aluco) auf Brautschau. Sind sich zwei einig geworden, ist von ihnen nicht mehr viel zu merken. Sehr selten rauschen sie einem bei der späten Hunderunde über den Kopf.

Und dann das: Am helllichten Tag hockt auf einem stabilen Zweig am Waldrand ein recht großer und pummeliger, hellgrauer Vogel. Erst beim zweiten Blick ist klar, wer da am späten Nachmittag vor sich hin döst, ein junger Waldkauz. Er wird auch Ästling genannt, weil er nach fünf Wochen zwar die Nisthöhle schon verlassen hat, aber noch nicht flügge ist. Er marschiert eben über die Äste und wird von den Eltern noch drei Monate versorgt. Dann wird auch dieses Käuzchen mit einer Größe von etwa 40 Zentimetern und einer Flügelspanne von knapp einem Meter vollkommen selbstständig sein. Bis dahin sollte er sich lieber nicht häufig öffentlich zeigen. Würden ihn Krähen entdecken, könnten sie kurzen Prozess mit ihm machen. Zu seiner Nahrung gehören hauptsächlich Mäuse, aber auch Frösche, Käfer, Regenwürmer und in Mäuse armen Jahren auch Vögel. 2012 ist ein Mäusejahr und den Piepmatzen, die der Kauz bei der Jagd aus dem Schlaf aufschreckt, droht keine Gefahr.