Gewitter

Hier hat der Blitz eine Eiche getroffen

Wenn sich aufsteigende feuchtwarme Luftmassen zu Gewitterwolken formieren, braut sich in höheren Luftschichten ein explosives Gemisch zusammen, die Schmiede von Blitz und Donner. So auch in der gestrigen Wetterlage, die Norddeutschland entgegen aller Prognosen von Unwettern verschont hat. Bei der Entladung der Naturkräfte werden in Millisekunden Millionen Volt freigesetzt. Erst im vergangenen August traf ein Blitz in Wentorf in ein Haus, ließ Wasserleitungen und Leuchten bersten. In Reinbek zeugen "Blitz-Eichen" von der Kraft, die ein Gewitter freisetzen kann.

Eduard Balzasch, im Rathaus zuständig für Landschaftsschutz, weiß von einigen Einsschlägen: Gegenüber vom Rathaus wurde vor sieben Jahren eine Eiche im Garten des katholischen Kindergartens am Niels-Stensen-Weg getroffen: "Der Blitz hat von der Krone bis zum Stammfuß eine spiralförmige Rinne um den Stamm geschlagen." Die meisten Bäume halten dem Einschlag stand.

An der Lohbrügger Straße hinter der Försterei steht ein weiterer Gewitter-Baum. Der Wanderweg vom Krabbenkamp Richtung Aumühle führt gleich durch zwei Blitz-Eichen. Ein Stamm wurde geradezu gespalten. "Die elektrische Entladung bringt die Säfte unter der Rinde zum Kochen und lässt die Rinde bersten", erklärt der Naturexperte. Meist sind es Wasseradern, die der Spannung am wenigsten entgegensetzen und in der sich die Elektrizität aus den Wolken entlädt. "Der Blitz wählt immer den kürzesten Weg", erklärt Balzasch. Die Volksweisheit "Eichen weichen, Buchen suchen" ist ein lebensgefährlicher Irrglaube. Bei Gewitter sollte jeder Baum gemieden werden.

Der Blitz gleite zwar am glatten Stamm der Buche tatsächlich leichter ab, wenn darauf eine Wasserschicht ist, als in der schorfigen Oberfläche der Eichenrinde, er könne allerdings auf die darunter stehende Person überspringen. Wer vom Gewitter überrascht wird, sollte sich mit geschlossenen Beinen in eine Mulde hocken, nicht breitbeinig stehen, Hügel, Gewässer, Masten, Bäume und Türme meiden. Blitze schlagen besonders häufig in hohe Objekte ein.