Versteigerung

"Joggy" muss erneut zur Säge greifen

Reinbek. Ein Zwinkern hatte Joachim "Joggy" Strauch schon in den Augen, als er vergangene Woche auf die Frage unserer Zeitung, ob seine Waldfiguren häufig gestohlen werden, scherzhaft sagte: "Wer sich die Mühe macht, die Eulen vom massiven Stamm abzusägen, hat sich die Eule auch verdient."

Damit wollte der Forstwirt auf keinem Fall den sportlichen Ehrgeiz unserer Leser wecken. Ein Unbekannter hat sich dennoch ermuntert gefühlt, zur Säge zu greifen und sich eine der Holzfiguren aus dem Wald geholt: Der Schlagbaum an der K 80 gegenüber vom Regenrückhaltebecken ist seit Dienstag ohne tierische Bewachung.

Schade, denn die Eulen sind inzwischen ein Markenzeichen der Wälder in und rund um Reinbek und ein Schmuckstück zugleich. Etwa 30 Minuten benötigt ihr Schöpfer, um sie, wie berichtet, mit der Motorsäge zum Leben zu erwecken. Die Holz-Kunstwerke erfüllen auch einen praktischen Zweck. Sie sind aus dem Stamm geschnitzt, der die Schlagbäume einschließt. So wird verhindert, dass Unbefugte die Wälder befahren und dort zum Beispiel illegal Müll entladen.

Ohne die Eule kann der Schlagbaum jetzt geöffnet werden. Und der kreative Forstwirt, der für die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten im Einsatz ist, hat sich vergeblich die Mühe gemacht, die Holzschranke zu verschönern. "Viele Spaziergänger erfreuen sich daran", sagt der 51-Jährige und hofft, dass sich nicht noch mehr Reinbeker mit Sägen in den Wäldern auf die Jagd machen.

Um das "Eulen-Sterben" zu stoppen, schnitzt der Nettelnburger exklusiv für unsere Leser einen der begehrten Waldvögel. Unter www.bergedorfer-zeitung.de/eule werden wir die Skulptur versteigern. Wer bis zum 1. Mai am meisten bietet, darf die Figur ganz legal in seinem Garten aufstellen. Der Erlös der Versteigerung kommt dem Verein Kinderkrebshilfe Oststeinbek zugute. Also, alle mitmachen!

Doch bevor der Landesbeste der Waldarbeitsmeisterschaften am Wochenende für unsere Leser zur Motorsäge greift, müssen er und seine Kollegen erst einmal den Schlagbaum reparieren. Dafür muss erneut ein etwa 60 Kilogramm schwerer und 180 Zentimeter langer Eichenpfahl im Boden versenkt werden. "Den Angesägten muss ich wieder ausgraben", sagt Strauch. Künftig, so hofft er, haben Spaziergänger ein Auge darauf, ob vielleicht jemand mit einer Eule unter dem Arm durch den Wald läuft.

Strauch hatte die kreative Arbeit im Wald lange inkognito gemacht und sich erst auf Wunsch eines Lesers in der vergangenen Woche in unserer Zeitung "geoutet".