Infoveranstaltung

Mit 98 Jahren nach der Hüft-OP topfit

Reinbek (sho). Ohne seinen Garten ist Horst Schulz aus Hamburg nur ein halber Mensch. Beim Rasenmähen und Blumenpflanzen ist der Senior in seinem Element.

Selbst auf Leitern klettert er mit 98 Jahren noch, wenn auf seinen Bäumen die Zwetschgen verlockend zwischen den Blättern hängen. Das jedoch wurde ihm in der letzten Saison zum Verhängnis. Die Leiter kippte, Horst Schulz brach sich die Hüfte.

"Er litt auch nach Verheilung des Bruchs unter einer fortgeschrittenen Arthrose mit starken Schmerzen", erklärt Dr. Thomas Gienapp, Chefarzt im Krankenhaus St. Adolf-Stift. Obwohl sein Patient munter auf die 100 Jahre zugeht, sei es nach persönlichem Gespräch und medizinischen Voruntersuchungen keine Frage gewesen, dass man Schulz eine Hüftprothese einsetzt.

"Solche Operationen sind immer Einzelfallentscheidungen. Herr Schulz konnte uns trotz seines hohen Alters sofort davon überzeugen, dass er mitten im Leben steht und eine neue Hüfte seine Lebensqualität erheblich verbessern würde", sagt Gienapp. Die viel diskutierte Frage, ob die Operation wegen des fortgeschrittenen Alters finanziell im Verhältnis stehe, lässt er nicht gelten. Eine neue Hüfte ermögliche ein eigenständiges Leben des Patienten. Versage man eine solche Operation, verlagere man die Kosten nur und erhöhe sie möglicherweise, beispielsweise für mobile Hilfseinrichtungen, Senioren- oder Pflegeheim.

Weil das St. Adolf-Stift mit seiner Inneren Klinik und der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin sehr gut aufgestellt ist, ist es dort möglich, ältere Patienten zu operieren. "Den Gesundheitszustand kann man heutzutage nicht mehr am Alter festmachen. Es gibt 50-Jährige, die sich schon zugrunde gerichtet haben, und 80-Jährige, die fit sind", so der Chefarzt.

Horst Schulz war schon nach sechs Wochen zwar mit Spazierstock, aber ohne Schmerzen unterwegs. Eins musste er dem Ärzte-Team und seiner Familie jedoch versprechen: "Dass ich nie mehr auf Bäume klettere", sagt Schulz.

Das St. Adolf-Stift informiert am Mittwoch, 25. April, 15.30 bis 17 Uhr, darüber, wie man bei Arthrose mobil und schmerzfrei bleiben kann. Ort: Aula der Pflegeschule. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.