Fristverlängerung

Kita-Streit: Etappensieg für Eltern

Reinbek. Eltern haben für ihre Kita gekämpft und jetzt im Sozialausschuss Rückendeckung von der Politik bekommen. Die Schließung der Gruppe für Drei- bis Sechsjährige am Querweg in Neuschönningstedt ist damit vorerst aufgeschoben.

Mehrheitlich stimmte das Gremium am Dienstagabend für eine Fristverlängerung und appellierte an Träger und Stadt, für die Einrichtung zu werben und alles daran zu setzen, die freien Plätze für die Halbtagsgruppe noch zu belegen. Dafür sollen auch Gespräche mit der Nachbarstadt Glinde geführt werden, die für Kinder aus den Neubaugebieten dringend Betreuungsplätze brauche.

In Neuschönningstedt dagegen, so führte Sachgebietsleiterin Dagmar Schmalfeldt aus, gebe es ab August freie Kita-Plätze. Die könnten allerdings schon bald anders gebraucht werden: Während es für die Drei- bis Sechsjährigen noch Kapazitäten gebe, füllen sich bei den Krippenkindern die Wartelisten. Vor allem im Norden Reinbeks fehlen insgesamt 48 Plätze für das neue Kindergartenjahr. "Tendenz steigend", so Schmalfeldt. Auch für Alt-Reinbek werden noch 30 Betreuungsplätze für den Krippenbereich gesucht. Einen erheblichen Bedarf gebe es auch bei Ganztagsplätzen für Drei- bis Sechsjährige. "Zurzeit wird Eltern von Kindern auf der Warteliste aus Alt-Reinbek angeboten, die noch freien Plätze in Neuschönningstedt zu belegen. Über Fahrdienste wird seitens der Verwaltung nachgedacht", erläuterte Schmalfeldt.

Auch wenn die Halbtagsbetreuung im Elementarbereich scheinbar ein Auslaufmodell ist, wollen die Eltern den Standort Querweg erhalten: "Es ist einmalig für den Stadtteil und die Kinder haben sich an das gute verlässliche Konzept, den festen Wochenplan und die familiäre Atmosphäre gewöhnt", warb Eltern-Sprecherin Stephanie Tomczak.

Wie berichtet, würde durch fehlende Anmeldungen in der Elementargruppe am Schulhort der Awo am Querweg und erhebliche Abgänge durch künftige Schulkinder die Gruppe ab dem 1. August voraussichtlich nur noch aus zehn Kindern bestehen. Es gab deshalb seitens des Trägers aus pädagogischen Gründen die Überlegung, diese Gruppe zum 31. Juli aufzulösen und in eine Elementargruppe in der Einrichtung "Eggerskoppel" zu integrieren. Dort gibt es noch 15 freie Plätze.

Proteste für das kurzfristige Umdisponieren des Kita-Trägers gab es nicht nur von den Eltern. Auch Heidrun Tacke (Forum 21) kritisierte das Vorgehen der Awo. Als städtische Vertreterin sitzt sie im Beirat der Kita Querweg: "Die Awo ist gar nicht berechtigt, auf diese Weise die Verträge zu kündigen." Eltern wurde angeboten, 320 statt bisher 160 Euro zu zahlen, um die unterbelegte Gruppe zu erhalten.

Tacke regte alternativ an, wegen der hohen Nachfrage an Krippenplätzen (in Neuschönningstedt gibt es eine Warteliste für 35 Kinder), die Eggerskoppel umzubauen. Zur Optimierung von Ressourcen sollten alle Kinder aus Neuschönningstedt, die "nur" einen 13-Uhr-Betreuungsplatz benötigen, künftig im Querweg betreut werden. Die anderen Kitas könnten dann entsprechend die stärker nachgefragten längeren Betreuungszeiten anbieten. "Diese Umstrukturierungs-Ideen haben den dauerhaften Erhalt der Kita Querweg auch wegen der nötigen Verlässlichkeit für die Eltern im Blick", argumentierte Heidrun Tacke.