Comenius

Filmreif: Grundschüler spielen über Internet Europa-Theater

Reinbek (st). In ein internationales Filmstudio verwandelte sich gestern Morgen die Turnhalle der Grundschule Mühlenredder: Im Rahmen des Comenius Austauschprogramms führten Kinder aus Finnland, Italien, Spanien und Deutschland zusammen ein Theaterstück auf Englisch auf.

Ihr Publikum waren aber nicht nur die 260 Kinder in der Turnhalle. Über das Internettelefon Skype wurde ihr Spiel live in die Partnerschulen nach Orimattila, Carrara und Malaga übertragen.

Zwischen das Lampenfieber der internationalen Darsteller mischte sich ein wenig Heimweh und vor allem die Sorge, dass die Technik nicht mitspielt: "Wir haben aus Brüssel auf zwei Jahre 20 000 Euro Zuschuss für 24 Schüler und Lehrer im Comenius-Projekt bekommen", erläuterte Koordinatorin Christiane Lappenküper. "Bedingung war auch, dass wir moderne Medien einsetzen." Ein Teil der Summe wurde in die Anlage, Kamera, Head-Sets und eine Nebelmaschine investiert. Elf kleine Finnen, fünf Spanier und drei Italiener waren samt Lehrern für eine Woche zu Besuch an der Grundschule in Reinbek. Jeden Tag haben sie geprobt. Gestern hieß es "Film ab" - für halb Europa.

Dafür lud die Reinbeker Grundschule die Partnerschulen über Skype zum Gruppenvideo-Gespräch ein. Ihre Systeme mussten die Anfrage aber akzeptieren, damit sie die Live-Übertragung sehen konnten: "Darin besteht die Herausforderung", sagte Schulleiterin Marina Umlauff gestern nervös. Das klappte: Auch wenn in Finnland statt der deutschen Ansagen zuerst nur fröhliches Palaver aus Spanien und Italien ankam, weil sie dort vergessen hatten, ihre Mikrofone abzuschalten. Doch nach ein paar Handy-Telefonaten konnte es losgehen.

Der erste Akt wurde bereits im finnischen Orimattila auf die Bühne gebracht: Ein böser Zauberer verhext die Kinder eines Ferienlagers und sperrt sie in einem Felsen ein. Eine gute Zauberin hat die Lösung: Vier Kinder, die nicht mit dem Fluch belegt sind, müssen in vier verschiedenen europäischen Ländern Aufgaben lösen, um die Freunde zu retten. In Finnland hilft ihnen ein Elf, in Italien ein Drachen.

Gestern - im zweiten Akt - kamen die Vier mit dem Schiff im Hamburger Hafen an. Dort erwartete sie schon der dritte Helfer: Ein Riese brachte sie mit wenigen Schritten nach Reinbek. Nach einer Karnevalsparty mit einem plattdeutschem Lied, ging es nach Spanien. Dort half eine wunderschöne Prinzessin den vier Freunden. Sie lernten Flamenco-Tanz und Pantomime kennen. Nachdem die Kinder die Aufgaben gelöst haben, stellt sich der böse Zauberer zunächst dennoch quer. Aber eins haben die Freunde gelernt: Sie müssen zusammenhalten und hartnäckig bleiben. So gelingt es ihnen, die anderen Kinder zu befreien.