Schulsozialarbeiterin

Der lustige Drache ist ihr Joker

Reinbek. Der lustige Drache hat schon so manches Kind zum Lachen gebracht. "Warum freut er sich wohl so?", fragt Ivonne Krätzing und kommt mit den Kleinen ins Gespräch über das, was sie freut, oder auch das, was ihnen Sorgen bereitet. Und die können auch schon bei den Abc-Schützen zu großen Problemen führen - ob bei Schlägereien auf dem Schulhof oder störendem Verhalten im Unterricht.

Die 51-jährige Diplom-Pädagogin hat künftig ein Auge auf Reinbeks 1000 Grundschüler. Je früher auffälligen Kindern geholfen werde, desto eher könne verhindert werden, dass Schule und Eltern die Probleme nicht mehr in den Griff bekommen.

Sie spricht mit den Kindern, spielt mit ihnen oder übt bei Klassentrainings, wie sie sich selbst schützen können. Die Pädagogin arbeitet präventiv. "Mein Chef ist der Bürgermeister, nicht der Schulleiter", erklärt sie den Schülern. Dann verstehen sie, dass sie im System Schule nicht involviert ist. Als "Anwältin" für die Kinder ist sie auch Schnittstelle zwischen Schule, Psychologen und Jugendamt. "Ich darf keine Diagnosen stellen."

Reinbeks Grundschulleiter haben sich dafür eingesetzt, einen Schulsozialarbeiter zu bekommen. Denn immer mehr Lehrer müssen sich neben dem Unterricht um Probleme von Kindern kümmern, die eigentlich außerhalb der Schule angesiedelt sind. Jetzt können sie frühzeitig Ivonne Krätzing ansprechen, wenn sie das Gefühl haben, irgendetwas stimmt nicht. "Ich hospitiere im Unterricht. Danach spreche ich mit dem Kind. Meist ist es froh darüber, dass jemand Zeit dafür hat", sagt die 51-Jähirge, die sich ganz bewusst auf die unbefristete Vollzeitstelle beworben hat. Bald wird die Mutter einer erwachsenen Tochter, die aus dem Ruhrgebiet nach Reinbek kommt, hier eine Wohnung beziehen. "Es hat etwas länger gedauert, eine 'hundetaugliche' zu finden", sagt sie. Denn Labrador "Felix" zieht mit ein.

In den Schulen hat sich die erfahrene Pädagogin, die bereits auf zwölf Jahre Schulsozialarbeit zurückblicken kann, gut eingearbeitet und schon die ersten Kinder zugewiesen bekommen. "Ich habe positive Rückmeldungen", sagt der Stadtjugendbeauftragte Ulrich Gerwe, der froh ist, dass dieser wichtige Bereich jetzt endlich abgedeckt werden kann. Seit die Kinder auch nachmittags mehr Zeit in den Schulen verbringen, vernetze sich der Aufgabenbereich der Sozialarbeit auch mehr und mehr mit den Schulen. "Wir freuen uns über jeden neuen Baustein, der dabei hilft", sagt Gerwe.

Ivonne Krätzing ist jeden Tag an einer der vier Grundschulen präsent. Sie ist auch für Eltern unter der Handynummer 0151- 53 85 37 27 zu erreichen.