Kinderbetreuung

Eltern wollen für "ihre" Kita kämpfen

Reinbek (amü). Die Schließung "ihres Kindergartens" wollen Eltern in Neuschönningstedt nicht hinnehmen. Wie berichtet, soll die Elementargruppe der Awo-Kita am Querweg mangels Nachfrage kurzfristig geschlossen werden.

Zehn Kinder müssten ab August in die Awo-Kita Eggerskoppel wechseln. Auch dort gibt es freie Plätze. Gegen diese Entscheidung, die über ihre Köpfe hinweg getroffen wurde, protestieren die Eltern: "Ein bewährter Standort kann im Stadtteil nicht so einfach aufgegeben werden. Die Teilung zwischen Kita und Hort ist optimal", so Sprecherin Stephanie Tomczak. Bis 13 Uhr werden die Räume von den Kita-Kindern genutzt, danach öffnet der Hort.

Sie kann nicht glauben, dass es für die Betreuung von 7 bis 13 Uhr keine Nachfrage im Stadtteil geben soll. Die Eltern regen deshalb einen Runden Tisch zwischen Verwaltung, Eltern und Trägern an. Thema: Planung der Betreuungsplätze in Neuschönningstedt. Dabei könnte auch über Zuständigkeitsgrenzen geblickt werden: "In Glinde fehlen Kitaplätze, als Übergangslösung würden 20 Plätze der Awo Kita in Neuschönningstedt helfen", regt Alexandra Krantz an. Nicht zuletzt appellieren die Eltern an Stadt und Träger, ihnen wenigstens ein Jahr Aufschub zu geben.

Nicht nur Miriam Selke hat lange nach einem optimalen Kindergarten für ihren Sohn gesucht: "Und jetzt soll ich ihn nach einem Dreivierteljahr wieder rausnehmen. Es bleiben mir drei Monate, um eine Alternative zu finden." Eine freie Wahl sei dann nicht mehr möglich, da die Zeit fehle. Jana Schneider müsste ihr Kind für ein Jahr in eine neue Kita geben: "Die Kinder haben sich an das gute verlässliche Konzept, den festen Wochenplan und die familiäre Atmosphäre am Querweg gewöhnt."

Die Eltern wollen für "ihre" Kita werben: Die Schließung wäre ein Aus für die gute pädagogische Arbeit an diesem Standort und damit auch ein Stück weniger Vielfalt im Betreuungsangebot im Stadtteil.