Markt im Schloss

Diese Torten machen Appetit auf Ostern

Reinbek. Die Vorfreude auf Ostern schmeckte an diesem Wochenende nach Vanille-Quark mit Mandarinen, Himbeer-Sahne und Schokolade-Amaretto. Mit 160 köstlichen und vor allen Dingen selbst gebackenen Torten war der Landfrauenverein Südstormarn ins Reinbeker Schloss gereist, um die Gäste des österlichen Kunsthandwerkermarktes zu beköstigen.

Der Ansturm von mehr als 1400 Besuchern allein am Sonnabend machte sich auch am Kuchenbuffet bemerkbar. Ein Kuchen nach dem anderen fand reißenden Absatz. Susann Pötter aus der Schlossverwaltung sah die Besucherzahl von 2011 mit 2400 Gästen übertroffen.

Vom Mini-Wachtelei bis zum riesengroßen Straußenei reichte die Auswahl an Osterdekoration. Besonders farbenfroh waren die Kunstwerke, die von den Schwestern Christina Bränzel und Renate Freutel in liebevoller Handarbeit in Wachstechnik bemalt worden waren. "Viele Leute haben gefragt, ob die Motive von den Aborigines oder aus Mexiko kommen", erzählt Freutel. So weit braucht man allerdings gar nicht zu reisen. "Diese Kunst ist in der Niederlausitz zu Hause", erzählt Christine Bränzel. In ihrer Familie, die in der Spreewaldregion gelebt hat, war es Tradition, hartgekochte Eier am Karfreitag so aufwendig zu bemalen. "Und dann wurden sie aufgegessen", erinnern sich die Schwestern. So kurzlebig sind ihre Ostereier zum Glück heute nicht mehr. Einmal gekauft, erfreuen sie viele Jahre lang zu Ostern. Mit flüssigem Wachs werden die Motive mit dem Kiel einer Gänsefeder aufgetragen, zum Schluss erhalten die zerbrechlichen Kunstwerke dann eine schützende Lackschicht. 27 Stunden dauert es, bis ein Straußenei so verziert ist. Die Arbeit beginnt für die kreativen Schwestern nach Weihnachten.

Über die handbemalten Ostereier von Iris Prey freuten sich besonders Tierfreunde und Naturliebhaber. Mit hauchfeinen Pinselstrichen bemalt die Künstlerin die Eier - auf Wunsch auch mit dem Konterfei des eigenen Haustiers. Zuvor hat sie Eier in winzige Stücke zerbrochen, mit denen sie in Mosaiktechnik andere beklebt. Die tagelange Arbeit hat ihren Preis: zwischen einhundert und zweihundert Euro werden je nach Motiv und Größe fällig.

Aber es gab nicht ausschließlich Österliches zu sehen: die Palette des Kunsthandwerks reichte von gemalten bis hin zu gefilzten Bildern, Kleidung, Schmuck, Holzobjekten und vielem mehr. Manch einer schaute tatsächlich schon nach den ersten Weihnachtsgeschenken . . .