Gerichtsurteil

Eltern kämpfen weiter für G9

Wentorf (sho). Die Elterninitiative, die sich seit Monaten in Wentorf dafür einsetzt, dass ihre Kinder am Gymnasium das Abitur nicht nach acht, sondern nach neun Jahren absolvieren können, ist tief enttäuscht über das am Mittwoch gefällte Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig.

Demnach bleibt es zunächst bei G8. Für die Initiative hat dies einen bitteren Nachgeschmack, weil sich die Gemeinde damit gegen die Interessen der Mehrheit der Eltern durchgesetzt habe.

"Wir als Initiative betrachten dieses Urteil nicht als Ende der bildungspolitischen Diskussion zu G8/G9 in Wentorf, sondern sind fest entschlossen, einen neunjährigen gymnasialen Bildungsgang in der Gemeinde für unsere und alle nachfolgenden Kinder durchzusetzen. Wir wollen uns alle Optionen offen halten und rufen die Gemeindevertreter von CDU und UWW auf, von ihren gegen unsere Kinder gerichteten Beschlüssen Abstand zu nehmen", zeigt sich Jens Gehring, Sprecher der Elterninitiative, kämpferisch. Diese hatte binnen zwei Wochen rund 2000 Unterschriften für G9 gesammelt, um ein Bürgerbegehren auf die Beine zu stellen. Vor diesem Hintergrund sei es außerordentlich bedauernswert, dass im Rahmen des Gerichtsverfahrens die Belange der vor Ort Betroffenen nicht berücksichtigt worden seien.

"Zielsetzung in einer Gemeinde wie Wentorf muss es doch sein, dass Schule, Eltern, Kinder und Gemeindevertretung sich gemeinsam für eine optimale Qualifizierung der Kinder einsetzen. Aus der Uneinigkeit zwischen Schule und Schulträger sind neben der Verunsicherung von Eltern, Kindern und Lehrern auch Kosten für Anwälte entstanden, die von der Gemeinde aus Schulkostenbeiträgen finanziert wurden, die eigentlich zur Finanzierung des laufenden Schulbetriebs gedacht sind", so Gehring.