Schülerkontrolle

Smiley-Test für Bleifuß-Rowdys

Reinbek (lg). Kleine Ordnungshüter rückten gestern dem Bleifuß zu Leibe. Die Schüler der Klasse 3a der Grundschule Klosterbergen stoppten ab 7.30 Uhr in der Tempo-30-Zone vor ihrer Schule die Autofahrer.

Von den etwa 20 gemessenen Autos war ein Viertel zu schnell. Wer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hatte, bekam einen fröhlichen Smiley aus Papier. Wer zu schnell war, wurde mit einem traurigen Papiergesicht und einer Mahnung der Kinder bestraft. Die Smileys hatten die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin selbst gebastelt.

Unterstützt wurde die Aktion von der Polizeiwache Reinbek. Polizeihauptmeisterin Beate Schlemming und zwei ihrer Kollegen maßen die Geschwindigkeit der Autos mit einem Radargerät. "Normalerweise halten wir die Fahrer erst ab 43 km/h an", erklärt Polizeimeister Thorben Winkler (25). Für die Drittklässler machten die Polizisten jedoch eine Ausnahme, damit sie ihre Smileys überreichen konnten. Zwar muss der Fahrer bei 40 km/h noch nicht in die Tasche greifen, der Bremsweg ist jedoch im Vergleich zur vorgebenen Geschwindigkeit 30 km/h auch bei guten Straßenverhältnissen schon etwa sechs Meter länger. Im Ernstfall kann das bereits schlimme Folgen haben. Besonders den Rasern sei die Aktion der Kinder eine Lehre, sagt Schlemming. "Für die Fahrer ist ein böser Smiley oft schlimmer als unsere Tickets."

Die Beamten der Polizeiwache Reinbek messen regelmäßig an der Klosterbergenstraße die Geschwindigkeit der Autofahrer. "Die Fahrer, die wir anhalten müssen, sind meist Mütter, die ihre Kinder zur Schule fahren", erzählt Schlemming. Meist stoße hier die Mahnung der Polizei bei den Fahrern auf Verständnis, denn die Klosterbergenstraße ist ein Schulweg.

Klassenlehrerin Annedore Rauh (34) freut sich über das Interesse der Schüler, die gestern extra früh aufgestanden waren. "Die Kinder waren richtig aufgeregt", erzählt Rauh. Besonders die echten Ordnungshüter hatten es den Schülern angetan. "Ich finde es cool, dass die Polizei dabei ist", erzählt Jan-Erik Arnold. Der Neunjährige möchte später selbst Polizist werden.

Die Schüler durften aber nicht nur Autos stoppen, sondern lernten auch, wie man einen Kindersitz sicher benutzt, durften einen Streifenwagen von innen erforschen und testeten ihr Wissen in einem Verkehrsquiz. Schlemming überreichte jedem Schüler zur Belohnung einen "Kinderpolizei"-Ausweis.

Ab der vierten Klasse dürfen alle Schüler mit dem Fahrrad zur Schule kommen. "Es ist mir wichtig, dass die Schüler bis dahin die Sicherheit ihres Schulwegs einschätzen können", erklärt Annedore Rauh. Die Lehrerin und ihre Schüler hoffen, dass ihre Aktion bei den Autofahrern bleibenden Eindruck hinterlassen hat.