Forstverwaltung

Fünf 150 Jahre alte Eichen gefällt

Aumühle (ru). Die Forstverwaltung hat gestern fünf Eichen fällen lassen, die direkt neben dem Lokschuppen Aumühle standen. Und das hat einen ernsten Hintergrund.

Seit knapp zwei Jahren klafft ein großes Loch in der Überdachung, die die historischen Waggons auf dem Außengleis des Eisenbahnmuseums Lokschuppen Aumühle schützen soll. Das Museum wird vom "Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V." betrieben. "Im Sommer 2010 ist hier eine riesige Buche umgestürzt", erklärt Vereinsmitglied Dirk Sänger. Obwohl der Baum als gefährdet gekennzeichnet war, wurde er nicht gefällt. Nur mit ganz großem Glück kamen zwei Vereinsmitglieder mit dem Schrecken davon. Als der Baumriese auf das Dach kippte, arbeiteten sie gerade an dem Museumswagen der darunter stand. Nach Auskunft des Revierförsters Eckhard Könnecke wurde als Ursache für das Umstürzen eine Wurzelfäule festgestellt.

Der Schaden für den kleinen Verein ist beträchtlich. Vor zwei Jahren hat ein Gutachter eine Schadenssumme von 28 000 Euro festgestellt. Obwohl die Versicherung der Höhe nach den Schaden anerkannt hat, ist bis heute kein Geld gezahlt worden. Die historischen Schätze, die auf den Gleisen stehen, werden dadurch nicht besser, werden nur durch Planen geschützt.

Damit es nicht zu weiteren Schäden kommt, hat die Forstverwaltung gestern eben jene fünf Eichen fällen lassen. "Wir müssen die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten", erklärt der Revierförster. Die 150 Jahre alten Baumriesen waren beschädigt und mussten deshalb weichen. Unter den Augen mehrerer Mitglieder des Vereins sicherten die Fachleute die Bäume mit Seilen, bevor die Motorsäge angesetzt wurde. Mit lautem Donnern fiel Eiche um Eiche.

"Uns ist es am wichtigsten, dass hier am Lokschuppen keine weiteren Schäden entstehen", sagt Dirk Sänger. Jetzt hofft er, dass auch die Versicherung endlich zahlt, damit das Dach repariert werden kann.