Auszeichnungen

Großer Tag für kleine Eisprinzessin

Reinbek. Gestern stand das Schloss ganz im Zeichen des Sports. Die Stadt ehrte im Festsaal 69 Reinbeker für ihre Leistungen im Spitzen-, Breitensport oder Ehrenamt. Unter den vielen Talenten strahlte auch der Nachwuchs.

Katharina Heinrich (8) hatte die Schlittschuhe zwar nicht dabei, aber die Kufen haben die Klosterbergenschülerin im vergangenen Jahr direkt auf das erste Treppchen bei den Hamburger Meisterschaften gleiten lassen.

Die kleine Einsprinzessin hat auf dem Schreibtisch in ihrem Zimmer bereits sieben Pokale aufgereiht. Sie spielt auch Geige, aber am liebsten tanzt sie auf dem Eis. "Mama, da gehen wir hin", hat sie im Alter von drei Jahren auf Sylt gerufen, als sie das erste Mal eine Eiskunstbahn gesehen hatte. Schon beim dritten Laufversuch konnte der Übungspinguin zur Seite gestellt werden. "Das Talent war sofort zu sehen", sagt ihre Mutter Galina Heinrich.

Fast ein halbes Jahr haben sie und ihr Mann nach einer Trainingsmöglichkeit für Katharina gesucht. "Norddeutschland ist nicht gerade eine Eislaufhochburg", sagt Andreas Heinrich, der mit seiner Familie von Reinbek schon bis nach Düsseldorf zum Kufenschleifen gefahren ist. Viermal die Woche trainiert die Reinbekerin inzwischen beim Hamburger Schlittschuh-Club (HSC) in der Eishalle in Farmsen oder auch in Stellingen. "Am liebsten springe ich den einfachen Axel", sagt Katharina. Aber dabei soll es nicht bleiben. "Irgendwann möchte ich auch bei großen Wettkämpfen mitlaufen", wünscht sie sich. Dafür müssen ihre Eltern allerdings erst ein bisschen sparen. Denn von den Profischuhen, die mindestes 400 Euro kosten, über monatliche Beiträge von 90 Euro bis zu den Wettkämpfen, Trikots, Musik und Trainern, finanzieren sie den Sport ihrer Tochter aus eigener Tasche. "3000 Euro pro Jahr kommen da schon zusammen", sagt Andreas Heinrich. Hinzu kommen die Autofahrten nach Hamburg. Gestern Abend war dann alles vergessen. Die Heinrichs freuten sich mit ihrer Tochter über die Auszeichnung der Stadt.

Auch Alina Vishnewski (10) nahm als eine der jüngsten Reinbeker "Sportler des Jahres" eine Urkunde mit nach Hause. Sie turnt seit knapp drei Jahren bei der TSV. Für eine Turnerin hat sie relativ spät angefangen, doch dank ihrer Begabung legte sie schnell erste Erfolge auf die Matte: Die Siegesserie führte die kleine Reinbekerin als erste auf das Treppchen der Landesmeisterschaft. "Sie ist ein Kraftpaket und besticht durch schnelle Auffassungsgabe und Nervenstärke. Dabei hat sie immer ein Lächeln auf den Lippen", sagt TSV-Sprecherin Elke Schliewen. Doch nicht nur die Grundschülerinnen waren auf Landesebene und darüber hinaus erfolgreich.

Unter anderem wurden geehrt: Für das Karate-Team der TSV holten Roman Bukowiecki, Kai Beck und Gordon Pohlmann den Landesvize-Titel; Hamburger Meister wurde das Volleyballteam der TSV (U13) mit Sören Hansen, Nikita Bolz, Henry Schlink, Andre Lieder und Moritz Hartlieb; Felix Martin wurde für die TSV Vize-Landesmeister A-35 kg im Kumite; Kim Ribbe vom FC Voran Ohe hat bei den Europameisterschaften der Masters im Schwimmen den 1. Platz über 100 m Brust erreicht; Nathalie Piehl erreichte für die TSV den 7. Platz bei den Deutschen Junioreneinzelmeisterschaften im Weitsprung. Sie führt damit die Landesbestenliste an. Jonah Sumfleth vom FC Voran Ohe errang bei den Deutschen Meisterschaften über 1500 Meter Freistil die Bronzemedaille; die TSV-Tennismädchen Cora Remer und Hanna Moltrecht errangen bei den Landesmeisterschaften den Titel des Vizemeister; Sandra Mäkelmann von der TSV wurde Landesmeisterin im Siebenkampf; Ingrid Lieske vom FC Voran Ohe errang bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften den 1. Platz im Tischtennis-Damen-Doppel; die 4x50 m Freistil Mixstaffel der TSV, Malik Malagic, Fabian Horstmeier, Sandra Kaphingst und Jessica Krebs, wurde Deutscher Vizemeister der Masters, lange Bahn.