Vorhang auf

Ein Premierentraum der VHS

Reinbek (hof). Wenn das VHS-Theaterensemble zur Vorstellung lädt, dann kommen sie alle. Manch ein Zuschauer lässt sich seit 25 Jahren keine Aufführung mehr entgehen.

Kein Wunder also, dass sich am Freitagabend die "halbe" Stadt zur Premiere " eines Sommernachtstraums" im Sachsenwald-Forum traf.

Noch während die Zuschauer ihre Plätze einnahmen, wurden Bilder aus den vergangenen 25 Jahren Theaterarbeit der Truppe um Dr. Brigitte Oels gezeigt: Genau am 13. Februar 1987 beschloss ein wackerer Trupp im Wohnzimmer der Theaterwissenschaftlerin, selbst zu spielen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Ebba Huntenburg. Sie spielte bei einer früheren Inszenierung des Sommernachtstraums den Puck. Damals war es die Fassung von Shakespeare. Die aktuelle ist hingegen etwas gestraffter. Hier mimt Huntenburg die Theaterchefin einer Amateur-Schauspieltruppe.

Und schon begann das Spiel: Die junge Hermia (Janin Lange) feiert mit Helena (Birgit Lemke), Lysander (Dominic Kock) und Demetrius (Björn Hübner) eine Party. Die laute Musik schreckt Hermias Vater Egeus (Hans-Adolf Kaufmann) ab, der die Fete sofort beendet. Doch nicht nur das bringt Streit zwischen ihm und seiner Tochter. Hermia liebt nämlich Lysander, soll aber Demetrius heiraten. Traurig und wütend fällt sie ins Bett und träumt. . .

Während Hermia mit Lysander Fluchtpläne schmiedet und sich mit ihm im Wald verabredet, läuft Helena ihrer großen Liebe Demetrius nach. Der will aber nichts von ihr wissen. Währenddessen trifft sich eine chaotisch-liebenswürdige Truppe von Amateurschauspielern im Forst, um dort zu proben. Die Theaterchefin (Huntenburg) hat es nicht leicht mit Pyramus (Holger Bartsch), Thisbe (Christian Dahl), Wand (Leonore Pastewka), Löwe (Gabi Lewin) und Mond (Klaus Stöckel). Schon bei der Rollenverteilung kriegen sich alle ständig in die Haare. Doch dann wird es Nacht und die Waldgeister kommen mit bunten Lichtern auf die dunkle Bühne - ein beeindruckendes Bild.

Waldkönigin Titania (Lydia Rimkus) und ihr Mann Oberon (Ernst Wieghorst) plagen sich mit Eifersüchteleien, bis Puck (Birgit Windmüller) Wundertropfen besorgt, die der Liebe zwischen den Protagonisten eine neue Wendung geben. Außerdem verwandelt der Schelm Pyramus sich in einen Esel, auf den Titania dank der Zaubertropfen scharf ist. Im Schutze der Waldgeister und zur Musik von dem französischen Hit "Je t'aime" verbringen sie die Nacht zusammen.

Beim Erwachen aber war der Traum zu Ende und das Liebeschaos löste sich auf. "Schließlich macht Liebe aus uns allen Esel", wie Oberon feststellt. Und Waldgeist Puck gibt ihm recht: "Schauen wir uns an geschwind, was die Menschen für Narren sind". Dem Reinbeker Publikum gefiel, was da auf der Bühne passierte. Sie lachten und amüsierten sich über den Spuk. Lang anhaltender Beifall war der verdiente Lohn für das Ensemble unter Brigitte Oels' Regie. Zum Jubiläum überreichte VHS-Leiter Ralph Fellermann jedem Darsteller auf der Bühne eine rote Rose.

Heute um 20 Uhr gibt es eine weitere Aufführung "eines Sommernachtstraums" im Sachsenwald-Forum, Hamburger Straße 4-8. Eintritt: zwölf Euro.