Straßenausbau

"Luxus-Bürgersteige" auf den Weg gebracht

Reinbek (amü). Seit April tobt der Streit um Bürgersteige im Norden Reinbeks. Anwohner wehren sich dagegen, dass die Stadt sie für eine "Luxus-Sanierung" zur Kasse bitten will. Bis zu 8000 Euro müssen Familien für neue Straßen und Sielanschlüsse auf einen Schlag berappen.

Der Protest dagegen hat nicht gefruchtet. In der jüngsten Sitzung des Fachausschusses wurde das Bauprogramm von Kirschenweg, Rosenweg und Querweg gegen die Stimmen von Forum 21 und Grünen mit einer Mehrheit aus SPD und CDU empfohlen.

Bürgermeister Axel Bärendorf stellte sich hinter sein Bauamt. Es sei den Bürgern sogar entgegengekommen. Durch die Umwidmung der Anwohnerstraßen zu sogenannten Haupterschließungsstraßen wird sich der Gebührenanteil zugunsten der Anwohner im Schnitt um etwa 20 Prozent reduzieren.

Die Beschenkten misstrauten diesem Präsent jedoch und fürchten ihrerseits, dass die Stadt langfristig die Verkehrsführung ändern könnte und somit die Wohngebiete stärker mit Durchgangsverkehr belastet werden. "Wir haben das Verfahren, wer da durch fährt, selbst in der Hand", hielt Bärendorf dagegen.

"Fassen Sie die Straßen nicht an, und alles ist gut", sagte Heidrun Tacke (Forum 21). "Wir stimmen nicht zu", pflichtete Heinrich Dierking (Forum 21) bei und appellierte an die Ausschussmitglieder: "Das ist in dieser wirtschaftlichen Lage unverantwortlich, was bürden Sie 140 Familien auf." Anwohner würden in die Pflicht genommen, weil statt in die Straßenerhaltung Geld in "Freizeitbad und Kulturbetrieb gesteckt wird."

Wilfried Potzahr (CDU) sprach sich für das Programm aus: "Wenn wir jetzt nichts tun, ist das Problem in drei Jahren da und trifft die Anwohner viel härter, weil sie dann alles bezahlen müssen." Hintergrund: Da in Neuschönningstedt die Sielanschlüsse verlegt werden, beteiligt sich neben der Stadt der Zweckverband an den Kosten. Auch Baldur Schneider (SPD) stellte der Verwaltungsvorlage gute Noten aus.

Darin wurden die Haushaltsansätze für 2009 nach den Protesten der Anwohner gesenkt: Statt wie bisher 331 000 Euro stehen für den Kirschenweg jetzt 252 300 Euro im Haushaltsansatz (Der Zweckverband trägt zusätzlich 165 700); der Querweg soll mit 169 000 statt 208 000 Euro ausgebaut werden (Zweckverband 80 500 Euro); allein für den Rosenweg sind mit 294 400 Euro 15 400 Euro mehr vorgesehen (plus 80 000 Euro Zweckverband).

* Der Zweckverband Südstormarn wird 2009 in den Straßen Kirschen-, Rosen- und Querweg die Schmutz- und Regenwasserleitungen in einer Gesamtlänge von 1120 Meter, davon 150 Meter Schmutzwasser- und 970 Meter Regenwasserkanal verlegen.

"Das ist in dieser wirtschaftlichen Lage unverantwortlich, was bürden Sie den 140 Familien auf." Heinrich Dierking, Forum 21