Kunst

Film ab für kostbare Gemälde aus Reinbek

Das Lampenfieber ist Carsten Busse inzwischen abhanden gekommen: Film- und Fototermine sind für den Reinbeker fast Routine geworden, nachdem sich zwei Familienerbstücke nach der Sprechstunde der NDR-Fernsehsendung Lieb & Teuer im Februar als wahre Kunstschätze im Wert von 130 000 und 97 000 Euro entpuppten.

Gestern stand der glückliche Erbe mit Expertin Barbara Gualtieri und Moderatorin Ann-Katrin Schröder nochmals für die Abschluss-Aufnahmen vor der Kamera - mit Kopien der Gemälde, die bereits den Besitzer gewechselt haben.

"Mit so einem Preis hat niemand gerechnet", erzählte Busse. "Wir hatten einfach wahnsinniges Glück." Die beiden Venedig-Ansichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert hingen jahrelang über einem Reinbeker Sofa. Auf Vermittlung von Gualtieri erzielten die Werke aus der Canaletto-Schule bei einer Auktion in Zürich den sensationellen und für die Sendung bisher einzigartigen Preis. Zur ersten Begutachtung im Februar brachte Busse die beiden "Schinken" in eine Decke gewickelt unter dem Arm ins Schloss. Damals wurde ihr Wert auf etwa 45 000 und 15 000 Euro geschätzt - schon diese Summen überraschten die Familie. Doch während der Auktion überboten sich zwei Kunstliebhaber gegenseitig und trieben den Preis in die Höhe.

Der unerwartete Gewinn wird jetzt unter drei Geschwistern geteilt. Carsten Busse, Vater von - bald zwei - kleinen Kindern, kann ihn gut gebrauchen: Gerade hat er an der Humboldtstraße ein Geschäft für montierte Roller und Quads eröffnet. Die Sendung wird voraussichtlich am Sonntag, 30. November, um 16 Uhr gezeigt.

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