Auch ohne Topspieler optimistisch

Von Volker Gast

Bergedorf.
Timo Kretzschmar und Michel Hamann waren in der vergangenen Handball-Saison die beiden überragenden Spieler beim Hamburg-Ligisten TuS Aumühle-Wohltorf. Kretzschmar kam mit 154 Treffern auf Platz drei der Torschützenliste, Hamann stand dem mit 108 Toren (Platz elf) kaum nach.

Doch nun sind sie weg. Kretzschmar hat sich sportlich verbessert und wirft seine Tore künftig für den Oberligisten HG Hamburg-Barmbek, Hamann wechselte aus beruflichen Gründen nach Preetz. Dafür kamen zahlreiche Neuzugänge, vor allem A-Jugendliche und Talente von unterklassigen Vereinen, bei denen unklar ist, inwieweit sie sofort weiterhelfen können. Doch Trainer Marcus Schwarzer lässt sich nicht beirren. "Vierter wollen wir mindestens wieder werden", gibt er ein mutiges Ziel aus. "Früher mit Kretzschmar und Hamann waren wir leicht auszurechnen. Das ist jetzt anders." Das soll als Erstes der Tabellendritte der Vorsaison, die HG Norderstedt, zu spüren bekommen (Sonntag, 18 Uhr, Ernst-Anton-Straße).

Nicht mehr mit dabei sein wird dann auch Kreisläufer Philipp Korinth. Der 31-Jährige hat sich der "Zweiten" angeschlossen, die in die Landesliga aufgestiegen ist. Im ersten Spiel geht es für Korinth und Co. zu Hause gegen den FC St. Pauli II (Sonntag, 19.45 Uhr, Ernst-Anton-Straße).

Spannend wird es in der Landesliga der Männer auch für die TSG Bergedorf und die SG Bergedorf/Vier- und Marschlande. Auf Letztere wartet nämlich gleich ein vermeintlich dicker Brocken: Zum Saisonauftakt geht es zum SG BSV/HSV II (Sonntag, 16 Uhr, Gropiusring). Dahinter verbirgt sich allerdings nicht das letztjährige Meisterteam, sondern der Hamburg-Liga-Absteiger SG BSV/HSV I, der sich nach dem Aufstieg der eigenen "Zweiten" umbenennen musste. Und das ging nicht ohne Reibungsverluste ab: Die neue "Zweite" hat momentan noch nicht einmal einen Trainer.

So ist die neue Landesliga-Saison eine große Wundertüte. Das gilt auch für die TSG Bergedorf, die in der vergangenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entkam. "Dieses Jahr wollen wir unbedingt besser abschneiden", betont TSG-Trainer Tobias Münster. Allerdings musste er mit René Pöhner seinen besten Mann zum TuS Aumühle-Wohltorf ziehen lassen. Der 27-jährige Rückraumspieler soll dort die Lücke füllen, die Tim Kretzschmar hinterließ. Doch Münster ist nicht bange: "Unsere neuen A-Jugendlichen haben sich schnell als Torgaranten herausgestellt." Tempo-Handball und eine ultra-aggressive 3-2-1-Deckung sollen das Markenzeichen der "jungen Wilden" von der TSG werden. Vielleicht ja schon beim Auftakt gegen die SG Wilhelmsburg (Sonnabend, 18 Uhr, Binnenfeldredder).

Bei den Frauen hat Hamburg-Ligist SG BVM eine perfekte Vorbereitung hingelegt: vier Spiele, vier Siege. Dennoch bleibt Trainer Gunnar Weber vorsichtig: "Für uns geht es einzig und allein um den Klassenerhalt." Mit Annalisa Pellegrino und Kerstin Mumoth haben zwei Spielerinnen ihre Karriere beendet, dafür rücken Celina Skala (Hahnheide) und Lia Müller (Tills Löwen) nach. Im ersten Spiel geht es gegen die ambitionierte SG Niendorf/Wandsetal (Sonntag, 16 Uhr, Fährbuernfleet).

In der Frauen-Landesliga startet der TuS Aumühle-Wohltorf mit einem Heimspiel gegen die SG Hamburg-Nord (Sonntag, 16 Uhr, Ernst-Anton-Straße). "Unsere Vorbereitung war prima. Wir sind auf den Punkt topfit", freute sich Trainer Ingo Naths. Doch dann kam per Telefon die Ernüchterung: Catharina Zeller hat die Hand in Gips, und Nora Schröder fällt mit Verdacht auf Kreuzbandriss sogar noch monatelang aus. Zudem studiert Trainertochter Julia Naths mittlerweile in Wolfsburg - Einsatz ungewiss.