Surfboards, Länderspiele und ein kurioser Elfmeterpfiff

Einhändig:
Über eine bewundernswerte Technik verfügt Carsten Dinnebier - am Smartphone. Obwohl der Spieler des Fußball-Kreisligisten Schwarzenbek II mit einer Handverletzung ausfiel, tickerte er Trainer Sven Reinke einhändig permanent Neues vom 2:1-Erfolg gegen Börnsen II. Reinke war auf Nationalmannschafts-Tour, verfolgte die Länderspiele in Frankfurt gegen Polen und gestern Abend in Glasgow gegen Schottland jeweils live im Stadion. "Eine schöne kleine Tour" tickerte Reinke zurück.

Wiederholungstäter:
Dünebergs Torhüter Pascal Treichel hätte beim Spiel in Billstedt-Horn zum Helden werden können. Erst verursachte der Keeper bei einer 2:1-Führung einen Foulelfmeter und hatte dabei noch Glück, dass er nicht wegen einer Notbremse die Rote Karte sah. Dann aber parierte Treichel in großartiger Manier den Strafstoß und schien damit den Sieg festzuhalten. Und das nicht zum ersten Mal: Schon am 22. Februar hatte Treichel gegen den MSV Hamburg (2:0) einen Elfmeter abgewehrt. Diese Mal allerdings hatten die Düneberger Pech: In der Nachspielzeit fiel trotzdem noch der Ausgleich.

Vom Surfbrett aufs Spielfeld:
Zwei Wochen hatte sich Felix Peters, Verteidiger beim ASV Bergedorf 85, im Gran-Canaria-Urlaub nur mit Wassersport beschäftigt. Nach seiner Rückkehr musste er beim 1:1 gegen den SVCN II trotzdem gleich ran, weil sich Bernd Schuster beim Warmmachen verletzte. "Er hat seine Sache großartig gemacht", lobte Trainer Jörg Franke. Wenig erbaut war hingegen SVCN-Coach Ingo Carstensen über das Unentschieden. "Ich war beim Trainerlehrgang in Jenfeld und konnte kaum glauben, was ich da auf dem Handy las", sagte er, "wir hatten ganz klar geplant, in Bergedorf zu gewinnen."

Entscheidung zurückgenommen:
Neuer Tabellenführer ist nach dem 2:0 in Hamwarde der SV Altengamme II. Doch der Sieg hing am seidenen Faden. Beim Stand von 1:0 pfiff Referee Lahcen Rast in der Schlussminute Elfmeter für Hamwarde. Zu Unrecht, wie nicht nur SVA-Trainer Frank Graf meinte. "Ich habe dann zum Assistenten ,Drago' Vollmers an der Linie gesagt: , Du hast das doch auch gesehen. Tu' was!'", schilderte Graf. Vollmers überzeugte Rast, die Entscheidung zurückzunehmen. "Das war kein Elfmeter, darüber braucht man nicht zu diskutieren", erkannte Hamwardes Co-Trainer Oliver Steffens fair an. Statt Strafstoß gab es Ecke, und mit dem folgenden Konter traf der SVA zum 2:0.

Schlechtes Timing:
Erst auf den letzten Drücker trafen einige Spieler des FC Lauenburg am Meessen in Oststeinbek ein. Dieser schlechten Vorbereitung musste vor allem Yasin Basak Tribut zollen. Rein in die Umkleide, rauf auf den Platz, Anpfiff und verletzt wieder raus, hieß für den Lauenburger. Verkorkst waren bei der 1:3-Niederlage irgendwie die gesamten 90 Minuten. Etwa als die Gäste einen Elfmeterpfiff nach vermeintlichem Foul an Bünyamin Gündüz erwarteten und Oststeinbek im Gegenzug zum 2:0 traf. "Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht", sagte OSV-Trainer Maxwell Phelps.

Ratlos:
vg/dsc
Die Minusleistung der Woche lieferte Schwarzenbeks Dritte ab. Trotz 3:1- und 4:3-Führung gingen sie beim 4:5 gegen Wandsetal leer aus. "Coach Anton Zupic und ich haben einen Tag später telefoniert und waren immer noch ratlos, was eigentlich passiert ist", schilderte Sven Bürger. Der 43-jährige Co-Trainer würde nur zu gern selbst mitmischen, muss nach einem Ellenbogenbruch in der vergangenen Saison jedoch zuschauen - was auch sehr schmerzhaft sein kann.