3:5 gegen Elazig Spor

FC Bergedorf verpasst Sprung an die Spitze

Bergedorf (olü). Die Wut musste raus. Nachdem er Sekunden vor dem Halbzeitpfiff das 0:3 kassiert hatte, nahm sich Alen Brandic einen Torpfosten vor.

Bergedorf (olü). Die Wut musste raus. Nachdem er Sekunden vor dem Halbzeitpfiff das 0:3 kassiert hatte, nahm sich Alen Brandic einen Torpfosten vor.
Mit dem rechten Bein holte der Keeper des FC Bergedorf aus und knallte seine Fußspitze ans Aluminium. Und weil es bisher wirklich schlecht für den Kroaten gelaufen war, gleich noch ein zweites Mal. Zwar kam der Tabellenzweite der Fußball-Landesliga gegen Elazig Spor im zweiten Abschnitt besser ins Spiel. Doch Brandic hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Praktisch jeder Schuss aufs Tor fand sein Ziel. Folge: Bergedorf verlor 3:5 und verpasste damit den Sprung auf Platz eins.

Schon nach sechs Minuten hatte Gökhan Ermis den FCB-Keeper mit einem Freistoß aus 25 Metern überwunden. Massiullah Abdullah (39.) und er frühere Bergedorfer Fatih Gürel (45.) taten es ihm in der Folge gleich. Viel zu tief, viel zu weit weg von ihren Gegenspielern standen die Gastgeber. "Wir dachten, dass geht alles von selbst. Heute sind wir für unsere Arroganz bestraft worden", schimpfte Trainer Mato Mitrovic.

In der zweiten Hälfte setzte der Coach alles auf eine Karte, ließ hinten mit Dreier-Kette spielen. Das zahlte sich zunächst aus. Miroslav Baotic traf mit einem schönen Freistoß (48.), Jürgen Tunjic per Kopf zum 2:3 (61.). Doch hinten blieben die Bergedorfer, die zuvor in vier Partien lediglich drei Treffer kassiert hatten, anfällig. Youness Sbou nutzte das zum 4:2 (72.).

Nur drei Minuten später keimte wieder Hoffnung auf. Eine Hereingabe von Djuro Maskaljevic bugsierte Volkan Al ins eigene Tor. Doch wieder hatte Elazig die richtige Antwort parat: Deniz Herber netzte völlig freistehend zum 5:3-Endstand ein (80.).

"Einige Spieler meiner Mannschaft haben sich schon als Meister gefühlt", sagte Coach Mitrovic. "Vielleicht ist das eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt." Derweil ließ sich Jürgen Tunjic von seinem Sohn Bälle aufs Tor schießen. Und der 40-jährige Senior machte dabei eine gute Figur, parierte gleich dreimal hintereinander. So häufig hatte Alen Brandic in 90 Minuten nicht die Hände an den Ball bekommen.

FCB:
Brandic (5); Drobny (5) ab 46. Zivkovic (4), Okur (5), Ma. Baotic (4), Shiri (5); Schaible (4), Mi. Baotic (3-4); Forkert (4-5) ab 82. Pinto Ferro (-), Juko (4), Maskaljevic (3); Tunjic (3).