Reinke: "Unfassbare Fehlentscheidungen"

Von Matthäus Kosik

In Rage:
Sven Reinke war nach dem 1:4 in der Fußball-Kreisliga gegen die SV Billstedt-Horn außer sich. "In über 300 Spielen als Trainer habe ich so etwas noch nie gesehen." Es war die Leistung von Schiedsrichter Dominik Kaatz, die den besonnenen Coach des SC Schwarzenbek II in Rage versetzt hatte. "Es sind so viele unfassbare, spielentscheidende Fehlentscheidungen zu unseren Ungunsten getroffen worden", haderte der 38-Jährige. Ein Beispiel: In der 17. Minute entschied der Referee zu aller Überraschung auf Elfmeter für die Gastgeber. Als es an die Ausführung des Strafstoßes ging, gab der Unparteiische den Ball frei, obwohl SCS-Keeper Ilker Kodalak noch mit dem Rücken zum Geschehen stand. Als er sich umgedreht hatte, war der Ball schon drin. "Ich habe vom Billstedter Publikum schon Beileidsbekundungen bekommen", flüchtete sich Reinke in Galgenhumor. Protest einlegen will der SCS nicht.

Vom Pech verfolgt:
In der Partie gegen die TSG Bergedorf lief einfach alles gegen den SV Curslack-Neuengamme II. Erst verletzte sich Keeper Tobias Heitmann. Dann vergaben die Curslacker reihenweise beste Möglichkeiten zur Vorentscheidung und legten zur Krönung den 1:1-Ausgleich der TSG auch noch vor. Kevin Obrembalska, aus Ermangelung eines Ersatzkeepers für Heitmann ins Tor gerückt, traf bei einem Klärungsversuch den vor sich stehenden Bergedorfer. Der Ball flog über Obrembalska hinweg, und Lennart Petersen von der TSG musste nur einschieben. "Unglücklich hoch neun", so SVCN-Coach Ingo Carstensen.

Falsch gedacht:
Vor der Partie gegen den SC Europa hatte Kadir Gündüz auf dem Spielberichtsbogen entdeckt, dass der Torwart der Gäste im Jahr 1964 geboren ist. "Ich meinte zu meinen Spielern: 'Der Ball muss nur aufs Tor, dann geht er rein'", erzählt der Trainer des FC Lauenburg. Aber weit gefehlt: Jens Behrendt zeigte eine Glanztat nach der nächsten. "Der hat so viel rausgeholt", war auch Gündüz ganz erstaunt, "ohne ihn hätten wir höher als 4:0 gewonnen."

In 90 Minuten gealtert:
Sieben Tore, ein wahnsinniges Spiel und ein riesiger Zuschauerauflauf - das 4:3 des VfL Lohbrügge II gegen den ASV Bergedorf 85 hatte alles, was zu einem Derby dazugehört. "Ich bin um zehn Jahre gealtert", sagte VfL-Trainer Sebastian Dietz. Zweimal konnte "85" eine Führung der Gastgeber egalisieren (2:2, 3:3) - Patrick Koßatz traf bei seinem Comeback für die "Elstern" doppelt. "Offensiv waren wir gut, in der Defensive haben wir aber Probleme", sagte ASV-Trainer Jörg Franke. So gelang Julian Streicher zwei Minuten vor dem Ende der Siegtreffer. "Das war ein geiles Derby", freute sich Dietz.

Anderer Meinung:
Spielanalysen können so unterschiedlich sein. "Wir hätten sechs Tore schießen können", sagte etwa Dünebergs Co-Trainer Jörn Basenau nach dem 2:1 gegen Oststeinbek. OSV-Abteilungsleiter Horst Mohrmann ärgerte sich hingegen maßlos über das späte Gegentor zum 1:2 (89.): "Ich hätte alles kaputt treten können." Ein Punktgewinn wäre indes schmeichelhaft gewesen. Auch beim 0:0 zwischen Börnsen II und Hamwarde gab es eine andere Wahrnehmung. "Das hätte 4:4 enden können", so SVB-Coach Dennis Kaffke. "Ich habe vielleicht zwei SVB-Chancen gesehen", sagte SVH-Co-Trainer Oliver Steffens.

© Bergedorfer Zeitung 2019 – Alle Rechte vorbehalten.