Einen Knoten in die Beine gespielt

Von Dirk Schulz und Konrad Brandstäter

Gepumpt wie ein Maikäfer:
Alexander Erb wusste gar nicht, wie ihm geschieht. Obwohl der Kreisliga-Fußballer des ASV Bergedorf 85 beim SC Vier- und Marschlande Oberliga-Erfahrung sammelte, hatte der Verteidiger der "Elstern" ob der Tänzchen von Dennis Tornieporth einen Knoten in den Beinen. Der zum Düneberger SV heimgekehrte Ex-Profi traf beim 6:1 viermal. "Nach 30 Minuten hat Alex gepumpt wie ein Maikäfer. Tornie hatte wirklich einen Weltklasse-Tag", sagte ASV-Trainer Jörg Franke. Beispiel gefällig? In der Pause (1:2) hatte sich der ASV ganz viel vorgenommen, doch die Vorsätze hielten gerade mal 18 Sekunden. Dann traf Tornieporth, der diesmal im Sturm aufgeboten wurde, aus 22 Metern ansatzlos in den Winkel.

Ersatzgeschwächt:
Die Urlaubssaison lässt grüßen. Die TSG Bergedorf (ohne neun) und den FC Lauenburg (sieben Stammspieler fehlten) traf es diesmal besonders hart. Gut nur, dass die Kocamans nicht verreist sind. Mit Onkel Hüseyin und seinen Neffen Bilal und Ahmed liefen gleich Familienmitglieder in der FCL-Startelf auf. Ein weiterer Onkel, Senol, stand als Co-Trainer an der Seitenlinie. In einer torreichen Partie trennten sich beide Teams letztlich schiedlich, friedlich mit 4:4.

Ausrufezeichen:
Das ist mal ein Ausrufezeichen des SV Curslack-Neuengamme II. Auch ohne Marco Theetz (nicht spielberechtigt) und Christopher Kock (beruflich verhindert) siegten die Vierländer beim Willinghusener SC, der Tormaschine der Kreisliga 3, mit 3:0. In der vergangenen Saison war der WSC (111 Tore in 30 Spielen) nur ein einziges Mal, beim 0:2 bei Ohe II, leer ausgegangen. "Wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen. Aber wir haben die echt gut im Griff gehabt", freute sich SVCN-Coach Ingo Carstensen. Garanten für den Erfolg waren diesmal die Oberliga-Leihgaben Jonas Kastl, Stjepan Radic und Niklas Hoffmann.

Schwarzer Tag:
Lange Zeit spielte Marc Langer für die SV Billstedt-Horn. Gegen seinen alten Verein erlebte er im Dress des Oststeinbeker SV nun den "schlimmsten Tag in seinem Fußball-Leben" (OSV-Trainer Maxwell Phelps). Beim 1:5 verschoss Langer erst einen Foulelfmeter (43.) und sah dann auch noch Gelb-Rot.

Tormaschine:
Jan Streicher hatte einen Lauf. Vergangene Woche schoss der Stürmer des VfL Lohbrügge sein Team mit fünf Toren quasi im Alleingang in die nächste Runde des Holsten-Pokals (6:1 bei Hamm United II). Und auch im Ligaspiel beim SV Hamwarde dauerte es keine vier Minuten, bis Streicher wieder "netzte" und Ligator Nummer drei erzielte. Doch dann verließ den 22-Jährigen das Abschlussglück urplötzlich. Zuerst hämmerte er das Leder aus 25 Metern ans Lattenkreuz, später dann traf er aus acht Metern nur den Außenpfosten.

Gehobenes Alter:
Dennis Kaffke, Trainer des SV Börnsen II, kam trotz des knappen 1:0-Siegs beim SC Europa zu der Erkenntnis, dass der Gegner nicht zum engeren Favoritenkreis zählt: "Die sind alle gefühlte 50." Dafür hielten die Hausherren nach dem 1:10 zum Auftakt aber gut mit.

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