In der Krise

Böser Absturz eines Beinahe-Aufsteigers

In der Krise: FSV Geesthacht nur noch Vorletzter

Nach dem siegreichen Auftakt in der Aufstiegsrelegation fehlte den Elbestädtern nur noch ein Punkt aus zwei Partien für den großen Wurf. Doch der gelang nicht, und der Fußballsportverein musste letztlich einen erneuten Anlauf in der Bezirksliga starten. Für Liga-Manager Ismail Gök brach eine Welt zusammen. "Mir geht es schlecht", sagte das FSV-Urgestein damals. Vor allem, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, dass die Ansprüche heruntergeschraubt werden müssen. "Dass es aber so extrem werden würde, damit hatte bei uns keiner gerechnet", räumt Gök ein. Nach zwölf Partien und nur zwei Saisonsiegen sind die Geesthachter Vorletzter der Tabelle. Jetzt heißt es Bezirksliga-Abstiegskampf anstatt Landesliga-Zauber.

Die Gründe für den radikalen Absturz sind vielschichtig. Sechs Stammspieler (Michel Harder, Samin Rasminda, Eren Bektas, Marco Gutzeit, André Wengorra, Ali Yasar) haben den Club von der Berliner Straße verlassen und konnten bislang nicht adäquat ersetzt werden. Andere Stützen wie Ömer Güven, Saihidu Idrissu (beruflich), Timo Lübbers (verletzt) oder Tarik Tuncer (Zehn-Spiele-Sperre nach der Börnsen-Partie) standen oder stehen darüber hinaus nicht immer zur Verfügung. "Wir haben ein Mentalitätsproblem. Zu wenige krempeln die Ärmel hoch", sagt Coach Burhan Öztürk.

Zudem ist es für den FSV fatal, wenn Stammkeeper Marcel Boll ausfällt. Denn Vertreter Benjamin Stephan hat kein Bezirksliga-Niveau und patzt bei seinen Einsätzen regelmäßig. In sechs Spielen mit Stephan holte der FSV zwei magere Punkte. "Elf Tore gehen auf seine Kappe", hat Öztürk mitgezählt. Auch die Trainingsbeteiligung - ein Geesthachter Dauerthema - lässt zu wünschen übrig. "Die Situation ist nicht prickelnd", räumt Ligamanager Gök ein.

Noch zügelt Öztürk seine Ambitionen, höherklassig trainieren zu wollen, aus denen er nie einen Hehl gemacht hat. "Diese Situation hatte ich in meiner Trainer-Laufbahn noch nicht. Das bringt mich weiter. Diese Saison müssen wir einfach durchstehen. Wir spielen ja auch besser, als unsere Ergebnisse sind", sagt er. Der Verein hält sowieso am Trainer fest, weiß nur zu gut, dass viele Spieler nur wegen Öztürk das FSV-Trikot tragen. "Burhan macht diese Saison bei uns zu Ende", sagt Gök.

Derweil fahndet der Übungsleiter nach einer Verstärkung für den lahmen Angriff (erst 16 Treffer), die in der Winterpause kommen soll. "Wir haben aber auch so die Klasse und die Spieler, um da unten raus zu kommen", versprüht Gök Optimismus. Und noch steht der FSV Geesthacht ja auch höchstens mit einer Zehenspitze in der Kreisliga.