Arbeitskreis

So schnell wird aus Rot nicht Grün

Geesthacht: Kunstrasen-Pläne auf Eis

Was machen Politiker laut Volksmund, wenn sie nicht mehr weiter wissen? Sie gründen einen Arbeitskreis. Einen solchen bildet nun auch der Schul- und Sportausschuss in Geesthacht. Das beschlossen seine Vertreter bei der jüngsten Sitzung, nachdem sie sich ein Bild vom Zustand der Zentralen Sportanlage an der Berliner Straße verschafft hatten.

Thema Grandplatz. Neben Vertretern aus Politik und Verwaltung waren auch Mitglieder des FSV Geesthacht und des VfL Grünhof-Tesperhude zur Begehung gekommen. Diese Vereine wünschen sich seit Jahren einen Kunstrasenplatz wie ihn der Düneberger SV schon 2008 bekommen hat und beklagen die häufige Sperrung ihrer Grandplätze (Berliner Straße und Westerheese). "Wir können nicht alles umsetzen, was schön zu haben wäre", sagte der Ausschussvorsitzende Thomas Schliemann (SPD).

Damit folgt er der Linie der Stadtverwaltung, die keine Dringlichkeit für diese Projekte sieht und auf hohe Baukosten (zusammen knapp eine Million Euro) und den guten Zustand der 2010 letztmalig renovierten Oberflächen verweist. Frühestens 2017 sei der Platz an der Berliner Straße an der Reihe, sagt Sylvia Funke vom Fachdienst Immobilien und regte an: "Wir sollten eine Sportstättenentwicklungsplanung in Auftrag geben, um zu gucken wie viele Sportplätze eine Stadt wie Geesthacht in 25 oder 30 Jahren braucht."

Dieser Vorschlag fand bei Arne Ertelt (CDU) keinen Anklang. "Ich wünsche mir eine genaue Aufstellung, wann welcher Platz und welche Sporthalle an der Reihe ist", sagte er. Auch die Grünen waren mit den Antworten der Verwaltung unzufrieden. "Die Frage ist, ob wir den Bedürfnissen der Sporttreibenden gerecht werden oder lieber vier Millionen für eine neue Fußgängerzone ausgeben wollen", merkte Jutta Bellwinkel von den Grünen an. Ein Aspekt, den so manch anderer Politiker gar nicht gerne hörte.

Thema Rasenplatz. Der präsentierte sich in bester Verfassung, was allerdings wenig verwunderlich ist. Schließlich wurde dort seit sechs Wochen kein Fußball mehr gespielt, obwohl die Saison noch im vollem Gange war - eine einzigartige Vorgehensweise im Bereich des Hamburger Fußball-Verbandes. Denn andere Städte und Gemeinden passen ihre pflegerischen Maßnahmen dem Fußballspielplan an. "Jetzt ist die beste Zeit zur Rasenpflege", verteidigt sich Sylvia Funke. Immerhin: Zum Aufstiegsspiel gegen Croatia am Dienstag (19 Uhr, Berliner Straße) dürfen die FSV-Fußballer ausnahmsweise auf ihren Rasen.

Fazit. "Wir haben einen tollen Rasenplatz", räumte FSV-Präsident Volker Tack ein. Sein vorrangiges Anliegen ist jedoch ohnehin der Kunstrasen. "Offensichtlich besteht hier eine Notwendigkeit, eine Arbeitsgruppe zu gründen", stellte der Vorsitzende Schliemann fest und lud Vereinsvertreter ein, Ideen einzubringen.