Bezirksliga

"Das Ding ist durch"

Klare Sache: FSV Geesthacht unterliegt Voran Ohe im Spitzenspiel mit 0:4

Fassungslos, entsetzt und enttäuscht: Diese Adjektive reichten kaum aus, um Burhan Öztürks Gesichtsausdruck nach dem Meisterschaftsduell gegen den FC Voran Ohe zu beschreiben. Während die Oher den 4:0-Erfolg beim FSV Geesthacht lautstark feierten, saß der Fußballtrainer des FSV sichtlich getroffen auf seinem Stuhl neben der Auswechselbank. "Das Ding ist durch", war sich Öztürk sicher, gratulierte seinen Gegnern schon zur Bezirksliga-Meisterschaft.

Die Oher haben zwar noch neun Spiele vor sich und Ohes Trainer Sven Schneppel blieb daher auch vorsichtig: "Ich bin realistisch und sage, dass wir die Meisterschaft noch nicht sicher haben." Dass Voran auf der Zielgeraden aber die Puste ausgeht, ist unwahrscheinlich. Zu konstant ist die junge Mannschaft in den vergangenen Wochen, und jetzt hat sie auch noch den Nerventest beim FSV überstanden. Zudem hat Voran nun fünf Punkte Vorsprung auf die Elbestädter und ein Spiel weniger ausgetragen.

Die Geschichte des Spiels ist indes schnell erzählt. Nach dem 1:0 Kopfballtreffer von Daniel Walek (18.) und der Ausgleichschance von Andre Wengorra (19.) passierte lange Zeit nichts. Der FSV wollte zwar, wirkte über die gesamte Spielzeit aber ungewohnt gehemmt. Ohe beschränkte sich aufs Kontern. Als Agit Aydin in der 78. Minute zum 2:0 abstaubte, war das Spiel entschieden. Die Geesthachter gaben sich nun auf, und Maxim Gassmann nutzte das eiskalt, um das Ergebnis auf 4:0 zu schrauben (79., 86.). "Wir haben bewiesen, dass wir die bessere Mannschaft sind", sagte Gästecoach Schneppel.

Öztürk monierte hingegen die Einstellung einiger seiner Spieler: "Bei so einem Spitzenspiel musst du brennen, und wir haben mit angezogener Handbremse gespielt." Für den 38-Jährigen ist die Pleite auch eine persönliche Niederlage. Von Beginn an hat der FSV-Trainer die Meisterschaft ausgegeben: "Ganz klar. Ich habe mein Ziel nicht erreicht."

Dem Ziel Aufstieg sind die Oher hingegen nun ein gutes Stück näher gekommen. Trainer Schneppel bekam daher auch gleich die obligatorische Bierdusche. "Es sollte uns erlaubt sein, den Blick jetzt Richtung Landesliga zu richten", sagte Ohes Trainer.

FSV: Boll; Bektas, Harder, F. Tuncer, Lübbers (86. Topcu); Ta. Cosgun (83. Gutzeit), Yasar (73. Gabel), T. Tuncer, Rasminda; To. Cosgun, Wengorra. Voran Ohe: Dreves; I. Gassmann, Schmidt (61. Stritzke), Walek, Stengel; Woost (71. Aydin), Schild, Seibert, M. Gassmann; Voigt (83. Keil), Nüchterlein.