Geesthacht

Kunstrasenplatz in weiter Ferne

Zu teuer: FSV Geesthacht beklagt Stillstand bei den Planungen

Was seine Fußballplätze angeht, ist Geesthacht Entwicklungsland. Fast alle Bergedorfer Vereine besitzen bereits einen Kunstrasenplatz. Umliegende Städte und Gemeinden wie Escheburg oder Lauenburg haben den Bedarf erkannt. In der Elbestadt hoffen der FSV Geesthacht und der VfL Grünhof-Tesperhude bislang vergeblich auf den modernen, pflegeleichten Untergrund. "Unsere Stimme wird nicht gehört", klagt FSV-Präsident Volker Tack.

Er hat bereits Vertreter der Stadt sowie von einigen politischen Fraktionen auf die Zentrale Sportanlage Berliner Straße eingeladen, um sie vom schlechten Zustand des Grandplatzes zu überzeugen. Der FSV sammelte für einen Kunstrasen 700 Unterschriften von Geesthachter Bürgern - alles umsonst? "Wir wünschen uns eine klare Aussage, einen Plan wie es weitergeht", sagt Tack.

2010 hatte die Stadt die beiden Grandplätze des FSV und in Grünhof für 90 000 Euro saniert. "Noch vier, fünf Jahre, dann haben die Plätze ihren Lebenszyklus übererwartet", sagte damals der mit dem Bau beauftragte Ingenieur Rainer Snowadsky unserer Zeitung. Inzwischen geht Stadtsprecher Torben Heuer von "fünf bis sieben Jahren" aus. "Dann werden wir den Zustand erneut überprüfen", sagt Heuer.

Rund eine halbe Million Euro würde ein neuer Kunstrasenplatz kosten. Geld, das in Zeiten knapper Kassen nicht vorhanden ist. "Solange wir voll funktionsfähige Plätze haben, wird eine Anschaffung schwierig", sagt Geesthachts SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Wagner-Bockey und will ebenfalls erst neue Untersuchen abwarten. "Vielleicht können wir ja die obersten Grandschichten noch mal erneuern", liebäugelt Stadtsprecher Heuer gar.

Fakt ist aber: Nirgendwo im Bereich des Hamburger Fußball-Verbands fielen in den vergangenen Jahren so häufig Spiele aus wie auf Geesthachts frisch sanierten Plätzen. "Ich höre dann immer, dass wir woanders hin ausweichen sollen. Das ist Nonsens. Es werden doch immer alle Plätze gleichzeitig in Geesthacht gesperrt", ärgert sich FSV-Präsident Tack. Im Winter müssen seine Fußballer dann oft in Soccerhallen ausweichen, die der Verein oder die Mitglieder selbst zahlen müssen. Kostenpunkt pro Team: 250 Euro im Monat.

Die Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Sportvereinen bedauert der CDU-Fraktionsvorsitzende Karsten Steffen und betont: "Wir wollen alle Plätze in Kunstrasen umwandeln. Aber Wünsche gibt es viele, und die Haushaltslage ist nun einmal schwierig. Der FSV muss sich aus meiner Sicht gedulden."

Argumente, die Tack und die anderen Fußballer nicht mehr hören können. "Das ist alles Wischiwaschi. Woanders liegt das Geld doch auch nicht auf der Straße, und da geht es ja auch. Und wenn wir einen Eigenanteil am Bau liefern müssen, beteiligen wir uns natürlich. Aber es gab ja nie Gespräche darüber", beklagt Tack.

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