Geesthacht

Bergedorfer Kompetenz an der Schiedsrichterpfeife

Ehrung: Fußballverband und Bezirksausschuss zeichnen verdiente Referees aus

Zunächst war Günther Beeken einfach verwundert. Als der 66-Jährige kürzlich in die Kabine des SC Vier- und Marschlande kam und die gastgebenden D-Jugend-Fußballer begrüßte, schallte es im Chor zurück: "Guten Morgen, Herr Schiedsrichter." Beeken war baff: "Wir sind doch nicht in der Schule." In seiner Spielleitung allerdings ist der Mann, der immer noch Partien bis zu den C-Junioren pfeift, ein Vertreter der alten Schule. Und ein echter Evergreen: Beeken gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Szene, gilt nicht als Regelpedant, dafür aber als durchaus diskussionsbereit - so lange ein vernünftiger Ton gewählt wird.

Ein halbes Jahrhundert pfeift der Mann vom SV Altengamme mittlerweile. Beeken wurde dafür nun vom Hamburger Fußball-Verband sowie dem Bezirksschiedsrichterausschuss (BSA) Bergedorf mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet. Und weitere Jahre sollen folgen, denn es gibt aus Beekens Sicht "immer noch Momente, in denen ich denke, dass mir das Spaß macht. Das war eigentlich immer so."

Spaß an der Pfeife haben auch Christian Henkel (VfL Lohbrügge) und Ralph Vollmers (FSV Geesthacht). Henkel (50) wurde für seine Verdienste als Beisitzer im BSA Bergedorf (1986-2012) und als Lehrwart (1991-2012) mit der goldenen Ehrennadel des BSA ausgezeichnet, Vollmers (46) für seine sportliche Meriten (Schiedsrichter des Jahres 2002, 2011, 2012) in 17 Jahren als Unparteiischer mit der silbernen Ehrennadel. "Drago" sagt: "Das sind Bestätigungen, die mir sagen, dass ich gute Arbeit leiste. Das motiviert mich, die Spiele anständig über die Bühne zu bringen."

Denn das ist gerade im Amateursektor nicht mehr so leicht. Die Zeiten haben sich geändert, wie Günther Beeken weiß: "Früher war es leichter zu pfeifen, weil gerade Kinder anders erzogen waren, in den drei ,P' - Pastor, Pauker, Polizisten - eine Obrigkeit gesehen haben, die im Sport durch den Schiedsrichter dargestellt wurde." Oberliga-Referee Vollmers hat beobachtet, dass in einigen älteren Juniorenjahrgängen sowie im unteren Leistungsbereich eine latente Aggressivität spürbar ist. Das will Christian Henkel grundsätzlich zwar nicht bestätigen. Doch er weiß: "Die Kommunikation hat sich gewandelt, manche drehen einem das Wort im Munde herum." Ein leichter, läppisch daher gesagter Kommentar reiche heute teilweise schon, damit Spieler ausrasten. Wie sich die Zeiten doch ändern. . .

Weiterhin ausgezeichnet: Michael Schulz (SVNA), Manfred Seevers (SCVM, beide 25 Jahre aktive Schiedsrichtertätigkeit), Peter Kohls (Schiedsrichter-Obmann des SV Altengamme), 15 weitere Schiedsrichter für fünf Jahre Schiedsrichtertätigkeit.