Fußball-Landesliga

Das war's: Dietmar Demuth wirft hin

Bergedorf 85: Rücktritt nach gut drei Monaten - Mannschaft spricht sich gegen den Trainer aus

Der Tag hätte nicht schöner sein können. Die Sonne schien an jenem 22. Juli dieses Jahres, und mit ihr strahlte Hakan Karadiken um die Wette. Dem Manager von Bergedorf 85 war ein Coup gelungen. Auf einer Pressekonferenz präsentierte der 38-Jährige zusammen mit dem damaligen kommissarischen 1. Vorsitzenden Ingo Arndt-Granderath den neuen "Elstern"-Coach: Dietmar Demuth. Jener Trainer, mit dem der FC St. Pauli 2001 in die Bundesliga aufgestiegen war. Rund drei Monate später ist Demuth in Bergedorf Geschichte. Am späten Montagabend erklärte der 58-Jährige seinen Rücktritt. Für ihn übernimmt Karadiken den Tabellen-14. der Fußball-Landesliga.

Es fällt Demuth nicht ganz einfach über die vergangenen Monate zu sprechen. Vielleicht habe er zu viel von der Mannschaft erwartet. Auch den Wechsel vom Profi- in den Amateurbereich habe er sich leichter vorgestellt. Zudem stand der Kader bereits fest, er konnte nicht eingreifen. Merklich zurück hält sich Demuth, wenn es um Karadiken geht. "Ich will nicht nachkarten", sagt der 141-fache Bundesligaspieler. Erst auf Nachfrage räumt er ein, dass es Zusagen gab, die später nicht eingehalten wurden. Und dann gab es da noch eine Abstimmung. Wie unsere Zeitung aus Spielerkreisen erfuhr, hat sich die Mannschaft mehrheitlich gegen Demuth ausgesprochen. Der zurückgetretene Coach wollte sich dazu nicht äußern. Offen ist noch, wie es mit der Vereinskneipe weitergeht, deren Geschäftsführer er ist.

Und nun also Karadiken. Ohne ihn geht bei den "Elstern" anscheinend nichts: Manager, 2. Vorsitzender und nun auch Trainer. Bis zur Winterpause will er die Mannschaft coachen - im Erfolgsfall sogar bis zum Saisonende.

Karadiken ist überzeugt davon, dass er die Klasse mit dem gegenwärtigen Kader halten kann. Auf Neuverpflichtungen in der Winterpause will er verzichten. Ausnahme: Bünyamin Gündüz, der schon vor Wochen zugesagt hatte. Allerdings muss sich der Trainer/Manager noch mit dem vorherigen Verein des Stürmers, der Lauenburger SV, einigen. Ob der Kader bis zum Saisonende zusammenbleibt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn mindestens bis zum Jahresende müssen die Spieler auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichten. Pascal Pietsch will angeblich unbedingt weg. Der Stürmer dürfte nicht der einzige sein.

Ab Januar soll dann alles besser werden - verspricht Karadiken: "Ich habe sechs, sieben Sponsoren an der Hand." Zu dem Vorwurf, er habe die Zusagen gegenüber Demuth nicht eingehalten, sagt er: "Wir mussten Gelder an das Finanzamt abführen. Damit war bei der Etatplanung nicht zu rechnen."

Mato Mitrovic ist nun in der guten Situation, dass die Ligamannschaft den Verein nach dem Rückzug Demuths bis zum Jahresende nichts kostet. "Der FC Bergedorf 85 besteht nicht nur aus der 1. Herren. Ich denke an den Gesamtverein", erklärt der 1. Vorsitzende, der zudem die Regionalliga-Damen trainiert. Neben Demuth steht auch Co-Trainer Simon Gottschling nicht mehr zur Verfügung.

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