"Wengo"

Wie Fahrrad fahren

Bezirksliga: Geesthacht schlägt Aumühle-Wohltorf 4:1 - Hattrick von André Wengorra

Nach dem Ende seiner Karriere im Leistungsfußball haben sich auf den Hüften von André Wengorra ein paar Pfunde zu viel angesammelt. Doch Toreschießen ist für den 31-Jährigen, der nach der Auflösung der Alten Herren in den Bezirksliga-Kader des FSV Geesthacht zurückgekehrt ist, wie Fahrrad fahren. Dass er nichts verlernt hat, zeigte "Wengo" bei seinem Startelf-Debüt gegen den TuS Aumühle-Wohltorf. Binnen der ersten 28 Minuten schoss der Stürmer den FSV im Alleingang auf die Siegerstraße. Obwohl sein Team knapp eine Stunde lang in Unterzahl spielte, geriet der Erfolg danach nicht mehr in Gefahr. Mehr noch. Nach dem 4:1 eroberten die Geesthachter die Tabellenführung.

Zunächst einmal hatte der Routinier "dumm geguckt" (Wengorra), als er erfuhr, dass er von Beginn an auflaufen würde. Später schauten nur die Aumühler Innenverteidiger Florian Brandt und Axel Dirks dumm aus der Wäsche. "Sie haben es mir leicht gemacht. Ich musste mich nur immer genau zwischen sie stellen", sagte der FSV-Angreifer. Dreimal entzog sich Wengorra der Bewachung und verwandelte jedesmal eiskalt (5., 13., 28.).

Auch Marco Gutzeit traf ins Netz. Doch sein Tor zählte nicht, weil er TuS-Torwart Steven Kaeding gefoult hatte. Das kommentierte der Geesthachter unflätig und sah Rot (31.) Erst jetzt lösten sich die Gäste aus ihrer Schockstarre und kamen durch einen Stellungsfehler von Saihidu Iddrisu, der eine Abseitsposition aufhob, durch Timo Dietterich zum Anschluss (36.).

Vielleicht wäre es noch mal spannend geworden, wenn nicht FSV-Keeper Marcel Boll einen Kopfball von Marc Rößler mit den Fingerspitzen von der Linie gekratzt hatte (44.). So aber fiel dem TuS nach dem Wechsel nichts mehr ein. Erst in der 86. Minute gab Manuel Krismann mit einem Schuss an die Lattenoberkante ein Lebenszeichen ab. Der FSV hätte derweil früher als Aleksander Gabel (90.+1) für die Entscheidung sorgen können. Zu diesem Zeitpunkt saß der ausgepumpte Wengorra längst auf der Tribüne und ließ sich feiern.

FSV: Boll; Kahraman, Iddrisu, F. Tuncer, Rasminda; Gutzeit, T. Tuncer; Topcu (65. Gabel), Ta. Cosgun (86. Arslan), Cakmak; Wengorra (58. Bektas).

TuS: Kaeding; Krämer, Dirks, F. Brandt, K. Brandt (24. Graf); Schmitt (55. Fiedler), Müller, Zielke, Rößler (52. Krismann); Punert, Dietterich.