Bergedorf

Zeit für große Überraschungen

DFB-Pokal: "85"-Frauen spielen gegen Hohen Neuendorf

Mato Mitrovic war stinksauer. Sauer auf seinen Verein Bergedorf 85, der neben der finanziellen Unterstützung auch die nötige Anerkennung für seine Frauen-Fußballmannschaft vermissen ließ. Mitrovic war sogar so verärgert, dass er seinen Trainerposten bei den 1. Damen zur Verfügung stellte. Nun, knapp ein Jahr später, sieht die Welt an den Sander Tannen wieder ganz anders aus. "Es hat sich sehr viel geändert. Im Verein gibt es keine Feindschaft mehr, keinen Neid. Die Stimmung in der Abteilung ist gut", freut sich Mitrovic. Auch deshalb und weil er keinen adäquaten Nachfolger gefunden hatte, ist er seinem Team als Trainer treu geblieben.

Die Vorzeichen vor dem Ligastart am 8. September beim SV Henstedt-Ulzburg deuten also auf eine positive Spielzeit hin. Doch bevor die siebte Regionalligasaison für die "Elstern" beginnen kann, wartet das erste Saisonhighlight. Am Sonntag empfängt "85" in der ersten Runde des DFB-Pokals Blau-Weiß Hohen Neuendorf (14 Uhr, Sander Tannen). Das Team aus Brandenburg hatte sich in der vergangenen Saison erst in der Relegation den Verbleib in der 2. Bundesliga gesichert.

Ein Duell fast auf Augenhöhe also? Schließlich will "85" in der dritthöchsten Spielklasse ganz oben mitspielen. Mitrovic warnt: "Ich schätze sie besser ein, als in der vergangenen Saison." Der Kader der Hohen Neuendorferinnen hat sich im Vergleich zur Vorsaison stark verändert. Der Einzug in die zweite Pokalrunde wäre daher dennoch eine große Überraschung und für die klammen "Elstern" Gold wert. "Mit dem Weiterkommen hätten wir unsere Kosten für die gesamte Saison schon gedeckt", erklärt Mitrovic.

Ein Sieg gegen Hohen Neuendorf könnte aber nicht die einzige Überraschung bei den "85"-Fußballerinnen bleiben. Wenige Tage vor Ende der Transferperiode am Montag lässt Mitrovic durchblicken, dass auch personell noch etwas passieren könnte: "Wir führen noch Gespräche mit einer Torhüterin und einer defensiven Mittelfeldspielerin." Beide hätten Erfahrung in der 1. und 2. Bundesliga.

Damit wäre die größte Planstelle der vergangenen Spielzeit behoben. Denn neben Jasmin Hadrous fehlte lange Zeit eine zweite Torsteherin. "Im Frauen- und Mädchenfußball läuft alles in die richtige Richtung", freut sich Mitrovic. Dass der Gesamtverein momentan aber mit Problemen zu kämpfen hat, sieht der "85"-Trainer auch: "Die Zeiten sind nicht rosig, aber alle haben verstanden, dass wir zusammenarbeiten müssen. Für den Verein sehe ich keine Gefahr."